Titel: Ueber den Mechanismus der menschlichen Stimme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XXIX./Miszelle 7 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061029_7

Ueber den Mechanismus der menschlichen Stimme.

Hr. Cagniard-Latour, Präsident der philomatischen Gesellschaft in Paris, legte dieser Gesellschaft in einer Anfangs Junius gehaltenen Sizung zwei künstliche, aus Kautschuk verfertigte, menschliche Stimmrizen vor, um zu beweisen, |156| daß die Stimme ein Mundstükton (son d'anche) sey. Die sogenannte künstliche Stimmrize besteht aus einer kurzen Kautschukröhre, welche unten in einem Ringe aus Schilf von beiläufig 6 Linien im Durchmesser stekt, während sie sich oben in eine 15zollige Abplattung, die die Lippen der Stimmrize vorstellen, endigt. Bläst man bei der unteren Oeffnung in diese Vorrichtung, und hält man die oberen Ränder mit den Fingern gespannt, so hat man einige Mühe einen Ton herauszubringen; legt man hingegen die Finger 7 bis 8 Linien unter dem Rande so an, daß hiedurch zwei andere gespannte Linien entstehen, welche die unteren Bänder oder die unteren Lippen der Stimmrize vorstellen, so kann der Ton, sehr leicht hervorgebracht und sogar modulirt werden. Es scheint demnach während des Durchganges der Luft zwischen den unteren Bändern eine vorbereitende Schwingung zu entstehen. Hr. Cagniard-Latour glaubt, daß namentlich der Falsett durch die Wirkung dieser unteren Bänder hervorgebracht werde, (Hermes, No. 12)

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