Titel: Mignard-Billinge's kupferne Röhren ohne Löthung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XXIX./Miszelle 8 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061029_8

Mignard-Billinge's kupferne Röhren ohne Löthung.

In vielfachen Fällen, namentlich aber bei dem Baue hydraulischer Pressen, fühlte man schon lange das Bedürfniß nach kupfernen Röhren, welche einen großen Widerstand zu leisten im Stande sind und sich zugleich nach allen Richtungen centriren lassen. Die geschweißten Röhren lassen oft aus und zwar gewöhnlich an den Löthungen und an den Stellen, welche gebogen werden müssen; überdieß dringt das Loth nicht selten auch in das Innere der Röhren, wodurch deren Canal verengert wird, so daß man gezwungen ist, den Röhren zur Vorsorge einen etwas größeren Durchmesser zu geben, als es eigentlich nothwendig wäre. Alle diese Mängel sind an den ausgezogenen Kupferröhren, welche Hr. Mignard-Billinge in Paris verfertigt, und worüber Hr. Saulnier der Société d'encouragement Bericht erstattete, beseitigt. Nach den vor einer Commission angestellten Versuchen halten derlei Röhren von 8 Millimeter im Lichten und 3 1/2 Millimeter in der Dike, wie man sie zu hydraulischen Pressen braucht, einen größeren Druk aus, als man zu erzeugen vermochte: einen Druk, den man auf mehr als 500 Atmosphären schäzte. Andere derlei Röhren, die man absichtlich verdünnt hatte, gaben einem Druke von beiläufig 200 Atmosphären nach, eine derselben hatte 10 Millimeter im Durchmesser und 1 1/4 Millimeter Dike; eine andere hatte 12 1/2 Millimeter im Durchmesser und 1/2 Millim. Dike. Der Bruch erfolgte nach der Längenrichtung, und bot das Eigenthümliche, daß der Sprung bereits bis zur Hälfte der Kupferdike bestand, so daß nur die eine Hälfte den Widerstand geleistet hatte. Hr. Mignard-Billinge hat bereits zwei goldene Medaillen von Seite der Gesellschaft erhalten, und zeigt sich ihrer durch seine neuen, Anstrengungen fortwährend würdig. (Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. März 1836.)

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