Titel: Jappelli's neue Wasserhebemaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XLVII./Miszelle 2 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061047_2

Jappelli's neue Wasserhebemaschine.

Hr. Jappelli, ein venezianischer Ingenieur, ist der Erfinder einer neuen Wasserhebemaschine, über welche Hr. Navier der Academie der Wissenschaften in Paris Folgendes berichtet. „Die Maschine, welche hauptsächlich bestimmt ist Wasser auf eine geringe Höhe emporzuschaffen, besteht im Wesentlichen aus einer senkrechten, beweglichen, cylindrischen oder prismatischen Kufe mit horizontalem Boden, welche oben offen ist. Diese Kufe bildet einen Schwimmer, der in einem cylindrischen Raume, dessen Umfang nur um ein Geringes größer als der ihrige und der mit Wasser gefüllt ist, abwechselnd sinkt und steigt. Diese abwechselnde Bewegung des Schwimmers wird durch die Thätigkeit der Triebkraft erzeugt; sein Inneres steht beständig mit dem oberen Wasserbehälter, in den das Wasser emporgeschafft werden soll, in Communication, und zwar mittelst einer geknieten Röhre, die von diesem Behälter ausläuft und sich in einen senkrechten, durch den Boden des Schwimmers und eine Stopfbüchse gehenden Arm endigt. Die Stopfbüchse verhindert das Wasser sich mit jenem Wasser zu vermengen, welches sich in dem Raume, worin der Schwimmer schwimmt, befindet. Lezterer Raum kann mittelst Oeffnungen, die mit Ventilen oder Klappen, von denen sich das eine nach Innen, das andere nach Außen öffnet, besezt sind, einerseits mit dem unteren Behälter, aus welchem das Wasser emporgeschafft werden soll, und andererseits mit dem oberen Behälter communiciren. Wird der Schwimmer emporgehoben, so öffnet sich das erstere Ventil, während das zweite geschlossen bleibt, so daß aus dem unteren Behälter so viel Wasser in den cylindrischen Raum gelangt, als zur Ausfüllung des leeren Raumes, der durch das Emporsteigen des Schwimmers entsteht, nöthig ist. Da das in dem Schwimmer enthaltene Wasser in dem Maaße in den oberen Behälter zurüktritt, in welchem dessen Emporsteigen von Statten geht, so erfordert diese erste Operation nur einen geringen Kraftaufwand. So wie hingegen der Schwimmer nach Abwärts getrieben wird, wird das in dem cylindrischen Raume befindliche Wasser gezwungen, in dem geringen, zwischen der inneren Wand dieses Raumes und der äußeren Wand des Schwimmers befindlichen Zwischenraume emporzusteigen. Hiebei wird das Ventil durch den entstehenden Druk geschlossen, so daß das Wasser nicht in den unteren Behälter zurükkehren kann, während das zweite Ventil geöffnet wird, so daß das durch den Schwimmer aus der Stelle getriebene Wasser in den oberen Behälter übergehen kann. Es befinden sich demnach an dem ganzen Apparate nur wenige bewegliche Theile: nämlich der Schwimmer und die beiden Ventile; und diese schließen und öffnen sich von selbst, so oft es nöthig ist. Der Nuzeffect ist im Vergleich zur aufgewendeten Kraft sehr bedeutend.“ (Mémorial encyclopédique, Januar 1836.)

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