Titel: Ueber eine einfache Methode beim Nivelliren vorgefallene Irrthümer zu entdeken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XLVII./Miszelle 3 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061047_3
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Ueber eine einfache Methode beim Nivelliren vorgefallene Irrthümer zu entdeken.

An den besten neueren Nivellirstäben, wie z.B. an jenen, für welche Hr. Gravate im Jahre 1835 von der Gesellschaft der Civilingenieurs die Telfordmedaille erhielt, wird die Beobachtung gleich von dem Geometer abgelesen und nicht von dem Assistenten angegeben, wodurch nicht nur an Zeit erspart, sondern auch viele Irrthümer vermieden werden. Wenn jedoch der Geometer am Ende seiner Arbeit einen Irrthum vermuthet, so bleibt ihm nichts Anderes mehr übrig, als die Operation zum Theil und höchst wahrscheinlich ganz zu wiederholen. Hr. Henry C. Scott hat nun eine Verbesserung angebracht, gemäß welcher der Geometer ohne Wiederholung irgend einer Beobachtung und durch einfaches Nachsehen seines Buches die Stelle, an welcher der Irrthum begangen wurde, entdeken und verbessern kann, und gemäß welcher er sich, wenn kein solcher vorhanden ist, von der Richtigkeit seiner Beobachtung überzeugen kann. Hr. Scott graduirt nämlich die vordere Seite seines Nivellirstabes wie gewöhnlich vom Boden auf, indem er ihn schwarz und weiß anstreicht; zugleich graduirt er aber auch die hintere Seite, welche er jedoch roth und weiß anstreicht. Die rothe Graduirung hat dieselben Unterabtheilungen wie die vordere; allein die Stellung der Numerirung und der Haupteintheilungen ist eine andere: die erste rothe Haupteintheilung ist nämlich 0,75 Fuß über dem unteren Ende des Stabes angebracht und mit III bezeichnet; die nächste oberhalb mit IV u.s.f. Beide Seiten werden bei jeder Beobachtung abgelesen; man bekommt also für jeden Punkt zwei verschiedene Höhen, indem die rothe Seite beständig um 2,25 Fuß höher ist, als die schwarze oder die eigentlich richtige. Dieser Unterschied ist so groß, daß das Gedächtniß beim Ablesen nie nachtheilig zurükwirken kann. Jeder Irrthum läßt sich leicht entdeken; denn der Geometer braucht nur jene Stellen zu untersuchen, an denen nicht der bestimmte Unterschied zwischen den beiden Beobachtungen Statt findet; ist der Unterschied überall gleich, so ist höchst wahrscheinlich gar kein Irrthum vorhanden. (Magazine of Popular Science No. 1.)

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