Titel: Ueber die Anwendung eiserner Klammern bei Bauten und über ein Mittel sie gegen Rost zu schüzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. XLVII./Miszelle 5 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061047_5

Ueber die Anwendung eiserner Klammern bei Bauten und über ein Mittel sie gegen Rost zu schüzen.

Die Römer pflegten bekanntlich bei größeren Bauwerken die Quadersteine einer jeden einzelnen Schichte durch starke eiserne Klammern mit einander zu verbinden, wodurch die an den neueren Mauerwerken so häufig vorkommenden Risse vermieden werden. Da sich jedoch das Eisen an der Luft, und noch mehr unter der Erde und in feuchten Orten sehr leicht oxydirt, und da hiedurch der Nuzen der Klammern in kurzer Zeit nichtig geworden seyn würde, so überzog man die Klammern und Ketten, deren man sich bediente, mit einer diken Bleischichte, auf welche die Feuchtigkeit und die Luft nur einen geringen Einfluß üben. Von der Wirksamkeit dieser Methode überzeugte man sich neuerdings durch Ausgrabungen, welche man zu Moirans, in der Nähe der Ueberreste einer römischen Wasserleitung anstellte, welche unter dem Namen des Pont-des-Arches unter |237| den Archäologen berühmt ist. Man grub nämlich hiebei mehrere vollkommen viereckig behauene Steine, von denen jeder wenigstens 10 Centner wog, aus; und fand sie sämmtlich mittelst eiserner, mit Blei überzogener Klammern vereinigt und so fest incrustirt, daß sie nur durch Anwendung von Schießpulver getrennt werden konnten. Das Eisen zeigte sich hiebei durch das Blei selbst nach Ablauf von 18 Jahrhunderten vollkommen gut erhalten. (Mémorial encyclopédique 1836. März.)

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