Titel: Anzeigen der Entwiklung von gekohltem Wasserstoffgase in Steinkohlengruben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXVII./Miszelle 13 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061067_13

Anzeigen der Entwiklung von gekohltem Wasserstoffgase in Steinkohlengruben.

Die Bergleute in Northumberland wollen bemerkt haben, daß die Entwikelung des genannten Gases um so stärker ist, je geringer der atmosphärische Druk ist, und daß sie daher gewöhnlich durch ein Sinken des Barometers angedeutet werde. Hr. Buddle machte im vorigen Jahre seine Beobachtungen hierüber bekannt, und zeigte, daß das Gas in Höhlen, in denen es sich ansammelt, oft eine bedeutende Spannung erlangt, und dann mit großer Gewalt entweicht, wenn die Arbeiten bis in die Nahe dieser Höhlen vorgerükt sind. In der Grube zu Jarrow ward auch wirklich ein Blok von der Ausdehnung des Stollens plözlich durch die Ausdehnung des Gases mehrere Fuß weit fortgeschleudert; hinter diesem Bloke fand man eine Masse rußartiger, zerfallener Steinkohle und eine Spalte, welche in das Steinkohlenlager führte, aus der das Gas ausdrang, und die mit solcher zerfallener Kohle ausgekleidet war. Hr. Buddle empfahl zur Verhütung von Explosionen einige Bohrlöcher von einigen Meter Tiefe anzulegen, und das daraus entweichende Gas durch rasche Ventilirung zu entfernen. Dasselbe that auch Hr. Prof. Combes an der Steinkohlengrube in Tour, obschon er nicht, wie die Engländer glaubt, daß die Gasentwikelung merklich von dem atmosphärischen Druke abhänge, da er an der Grube zu Firmini selbst bei einem Druke von mehr als 2 Atmosphären eine reichliche Gasentwikelung beobachtete. Hr. Combes entdekte auch noch keine Gashohlen, von denen Buddle spricht, wohl aber fand auch er, daß die Kohle bei der Annäherung der bösen Wetter mürber wird, so daß man sicher seyn kann, daß jeder Veränderung der Härte eine reichlichere Gasentwikelung entspricht. Er empfiehlt am Grunde des Stollens Bohrlöcher anzubringen. Die Sicherheitslampen hält er nicht für vollkommen genügend, da seiner Ansicht nach die Flamme selbst durch das Drahtgitter hindurch das Gas entzünden kann, wenn die Lampe bewegt wird. (Hermes, No. 8.)

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