Titel: Ueber das Zerspringen der Champagnerflaschen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXV./Miszelle 10 (S. 405–406)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061075_10

Ueber das Zerspringen der Champagnerflaschen.

Als Nachtrag zu dem Berichte, den wir Bd. LX. S. 322 über die Champagnerflaschen-Fabrication in Frankreich mittheilten, entnehmen wir aus dem Memorial encyclopédique, Mai 1836, S. 278 Folgendes. „Hr. Bergounhioux hat mit der Collardeau'schen Presse 8 Champagnerflaschen aus der Fabrik der Brüder Blum von Epinac probirt, und dabei gefunden, daß sie einen Druk von 28, 32, 34, 28, 37, 27, 28 und 36 Atmosphären aushalten, so daß sie also im Durchschnitte einem Druke von 31 1/4 Atmosphären zu widerstehen vermögen. Der große Verlust, den die Weinhändler durch das Zerspringen der Flaschen erleiden, dürfte bei einer solchen Kraft der Flaschen wahrscheinlich bedeutend vermindert werden. Doch scheint man als bestimmt anzunehmen, daß der Druk der in dem Champagner enthaltenen Kohlensäure für sich allein nicht hinreichend seyn durfte, um selbst die schwächsten Flaschen zu zersprengen, wenn die in |406| dem Glase enthaltenen Silicate oder Kieselerde-Verbindungen nicht zugleich auch von den in den schäumenden Weinen enthaltenen Säuren angegriffen und zersezt würben. Der Druk, den der schäumende Wein auf die Wände der Flaschen ausübt, wird nämlich nur auf höchstens 5 bis 6 Atmosphären angeschlagen; es erhellt demnach offenbar, daß wenn Flaschen, die doch einen 3, 4 und manchmal sogar 6 Mal größeren Druk aushielten, so leicht brechen konnten, nothwendig durch die in ihnen enthaltene Flüssigkeit eine bedeutende Einwirkung auf die Glasmasse Statt gefunden haben mußte. Hierauf und auf das Studium der Substanzen, welche zur Glasmasse verwendet werden, haben demnach die Glasfabrikanten hauptsächlich ihr Augenmerk zu richten, mit Hülfe der Chemie könnte vielleicht auf diesem Wege dem Zerspringen der Flaschen, welches den Champagner so sehr vertheuert, gänzlich abgeholfen werden.“

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