Titel: Ueber die Anwendung heißer comprimirter Luft als Triebkraft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXV./Miszelle 5 (S. 402–403)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061075_5

Ueber die Anwendung heißer comprimirter Luft als Triebkraft.

Die von Hrn. Burdin der Akademie in Paris gemachten Mittheilungen über die Anwendung von heißer Luft als Triebkraft (vergl. Polyt. Journal Bd. LX. S. 480) veranlaßten Hrn. Bresson, Civilingenieur zu Rouen, diese Erfindung als die seinige zu reclamiren. Er hat nämlich einem an die Akademie gerichteten Schreiben gemäß schon im Jahr 1825 eine Maschine gebaut, in der die Luft, nachdem sie vorher auf drei Atmosphären comprimirt worden, zur Speisung des Feuers einer Heizstelle verwendet, und hiedurch erhizt und ausgedehnt wurde, ohne etwas von ihrer Elasticität zu verlieren. Die erhizte Luft wirkte durch ihre Spannkraft bis auf eine Atmosphäre herab auf einen Kolben. Die Maschine gab bei gleichem Verbrauche an Brennmaterial einen sechs Mal größeren Nuzeffect als die besten Dampfmaschinen; allein die hohe Temperatur der Luft wirkte so nachtheilig auf den Cylinder, den Kolben, den Hahn und das Ventil, |403| daß der Kolben in Kürze nicht mehr luftdicht schloß; die Reibung wirkte, da sie nicht durch Fett vermindert werden konnte, gleichfalls sehr nachtheilig, die heiße Luft führte eine bedeutende Menge Asche mit sich, wodurch die inneren Theile bald verstopft wurden; und endlich hatte auch das Eintragen des Brennstoffes seine großen Schwierigkeiten. So vergeblich bisher alle Versuche waren, die Hr. Bresson zur Beseitigung dieser großen Hindernisse anstellte, so gibt er doch noch keineswegs die Hoffnung auf zu einem endlichen günstigen Resultate zu gelangen. – Diese Reclamation des Hrn. Bresson, welche wir aus dem Hermes Nr. 47 entnahmen, ist übrigens nicht die einzige; Hr. Borchart bemerkte nämlich der Akademie in ihrer Sizung vom 9. Mai l. J., daß Hr. Wronski ein Patent auf eine Vorrichtung besize, womit heiße vorher erhizte Luft als Triebkraft benuzt werden soll. Wir tragen übrigens, was die Erfindung des Hrn. Burdin betrifft, unter Hinweisung auf den früheren Artikel hierüber, aus dem Mémorial encyclopédique, Mai 1836, S. 277 noch Folgendes nach. „In Hinsicht auf die Cylinder oder auf die Gefäße, welche zur Aufnahme der auf 800° erhizten Luft bestimmt sind, und namentlich in Hinsicht auf die beiden Kolben, hofft Hr. Burdin zwei umgestürzte cylindrische Gloken, welche sich über zwei anderen unbeweglichen derlei Gloken auf und nieder bewegen, anwenden zu können. Rings um diese Cylinder müßten starke ringförmige Bänder aus Zeug, welche bis zur Höhe der inneren unbeweglichen Gloke stets mit Wasser bedekt seyn würden, und welche die Basen der Gloken verbanden, angebracht seyn. Die heiße Luft würde bei ihrem Eintritte zwischen die beiden Gloken die bewegliche Gloke etwas emporheben, und während dieser kurzen Bewegung würde das ringförmig, elastische, aus mehreren Zeugdiken bestehende Band die Communication nach Außen verhindern.“ Für uns ist diese Beschreibung nicht gut verständlich.

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