Titel: Ueber die beste Stellung des Compasses auf eisernen Booten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXV./Miszelle 6 (S. 403)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061075_6

Ueber die beste Stellung des Compasses auf eisernen Booten.

Vor der Royal Society in London ward im Merz l. J. von Hrn. J. J. Johnson Esq., Commandeur in der großbrit. Marine, Bericht über die Beobachtungen erstattet, welche derselbe an dem von den Hrn. Laird in Liverpool erbauten Dampfboote Garryowen in der Tarbert Bay über den Einfluß des Eisens auf den Compaß anstellte. Das Boot ist aus Schmiedeisen gebaut, führt 281 Tonnen Ladung und geht nur 5 1/4 Fuß tief im Wasser, obschon das Gewicht des Eisens der Maschinerie an 180 Tonnen beträgt. Die bis jezt erzielten Resultate lassen sich folgender Maßen zusammenfassen. 1) Jene Stelle, an der man den Compaß auf einem gewöhnlichen steuernden Schiffe anzubringen pflegt, ist auf einem eisernen Dampfboote nicht dafür geeignet. 2) Der Steuercompaß gab auf dem Garryowen an der bisher üblichen Stelle angebracht, so irrige Angaben, daß man nicht darauf gehen konnte. 3) Um dem Steuercompasse an Bord eines eisernen Dampfbootes eine geeignete Stelle zu geben, hat man darauf zu sehen, daß er sich so viel als möglich nicht bloß über der Hauptmasse des Eisens, sondern auch über jeder kleineren, benachbarten Eisenmasse befindet, im Falle leztere nicht ganz beseitigt werden können. 4) Der Steuercompaß soll nie mit den Enden horizontaler oder senkrechter Eisenstangen auf gleiche Höhe gebracht werden. 5) Die äußersten Enden eines eisernen Fahrzeuges sind wegen der magnetischen Einflüsse, die sich daselbst äußern, ungünstige Stellungen. Auch gegen die Mitte lassen sich wegen der Verbindungsstangen, Spindeln und anderer Theile der Maschinerie und wegen der Räder, die beständig in Bewegung sind, Einwendungen machen, abgesehen von der Wirkung des großen eisernen Tunnels, der sich an diesem Theile des Schiffes befindet. 6) Keine günstigen Resultate ergeben sich, wenn man den Compaß entweder unter dem Verdeke oder in einem Kasten über dem Hintertheile des Schiffes anbringt. 7) Es hat sich gezeigt, daß 20 1/2 Fuß über dem Hinterdeke und an einer anderen Stelle 13 1/4 Fuß über diesem, und beiläufig 1/7 der Länge von dem Hintertheile entfernt, die Deflectionen der horizontalen Nadel geringer waren, als sie sonst an mehreren Schiffen der englischen Marine beobachtet wurden. (Repertory of Patent-Inventions, Julius 1836, S. 39.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: