Titel: Ueber das perlenmutterartige Concrement,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXV./Miszelle 8 (S. 404–405)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061075_8

Ueber das perlenmutterartige Concrement,

dessen in unserem Journale Bd. LX. S. 473 Erwähnung geschah, erstatteten die HH. L. Horner Esq. und Sir D. Brewster der Royal Society in London im Februar l. J. einen Bericht, aus welchem wir zur Erläuterung dieser interessanten Bildung Folgendes nachtragen. Die Incrustation erzeugte sich an den Oberflächen eines Platschrades, dessen man sich in der Bleicherei der HH. Finley und Comp. in Catrine in Ayrshire bediente; sie ist compact, braun, von starkem Glanze und an mehreren Stellen schön irisirend; auf dem Bruche zeigt sie sich blätterig; ihre Analyse ergab kohlensauren Kalk und eine thierische Substanz; also dieselben Bestandtheile, die in der höchst ähnlichen Perlmuttermasse enthalten sind. Die Gegenwart des Kalkes erklärt sich leicht daraus, daß die Zeuge, die in das Rad kommen um ausgewaschen zu werden, vorher mit Kalkwasser behandelt und gekocht wurden. Die Gegenwart der thierischen Substanz hingegen läßt sich nur dadurch erklären, daß zur Schlichte der Kette der Baumwollgewebe etwas Leim beigesezt werden. Die Aehnlichkeit dieser Substanz mit der Perlmutter erstreckt sich selbst auf ihre optischen Eigenschaften; denn nach Brewster besteht sie aus Blättchen, welche zuweilen durch leere Zwischenräume geschieden sind, gewöhnlich aber inniger als die Gyps- und Glimmerblättchen, und leichter als die Kalkblättchen zusammenhängen. Die Blättchen besizen eine doppelte Strahlenbrechung, und wie beim Achat und der Perlmutter ist auch hier das eine Bild vollkommen deutlich, während das andere nebelig erscheint, sie haben wie der Kalkspath eine Achse der Strahlenbrechung und diese ist negativ. Da die Perlmutter gleich dem Arragonite zwei Achsen hat, so dürfte sich die neue Substanz in optischer Beziehung eben so zur Perlmutter verhalten, wie der Kalkspath zum Arragonite. In Bezug auf Krystallisation gehört die neue Substanz dem Rhomboedersystem an. Aus einer Beobachtung der Erscheinungen des Irisirens derselben schließt Hr. Brewster, daß die irisirenden Blättchen während des Stillstandes des Rades bei Nacht gebildet wurden, und in ihrer Natur von dem übrigen Theile der Substanz abweichen |405| weichen. Diese Erscheinungen erklären mehrere ähnliche Beobachtungen über nicht mittheilbare Farben, welche man früher an der Perlmutter machte, und über die man sich keinen Aufschluß zu geben vermochte; dieselben scheinen nämlich lediglich durch zufällige Unterbrechungen in dem Ablagerungsprocesse der Perlmuttersubstanz bedingt. (Repertory of Patent-Inventions, Julius 1836, S. 53)

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