Titel: Amerikanische Methode der Holzanwendnng beim Hohofenprocesse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXXVI./Miszelle 12 (S. 480–481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061086_12

Amerikanische Methode der Holzanwendnng beim Hohofenprocesse.

In den Annales des Mines Vol. IX. S. 155 findet sich ein Bericht des Hrn. Michel Chevalier, aus welchem hervorgeht, daß man in den Vereinigten Staaten an zwei Hüttenwerken angefangen habe, Holz beim Hohofenbetriebe anzuwenden. An dem einen dieser Hohöfen wird ein sehr schwer schmelzbarer Magneteisenstein, welcher in Gneiß den Glimmer zu ersezen scheint, und welcher 45 bis 47 Procent Eisen gibt, als Erz ausgebeutet. Als Brennmaterial benuzte man bisher ein Gemeng aus harten Kastanien-, Ahorn- und Eichenkohlen, und aus weichen Föhren-, Tannen- und Pappelkohlen, welche jedoch sämmtlich ziemlich schlecht zubereitet waren. Man sing zuerst damit an, daß man Scheiben trokenen Holzes von 6 bis 12 Zentimeter zu 1/6 unter die Kohlen mengte, gegenwärtig hingegen nimmt man das Holz wie es ist, nachdem es einige Monate an der Luft gelegen, und zwar in solcher Menge, daß es den dritten Theil des sämmtlichen Brennstoffes bildet. Die Resultate dieses Verfahrens sollen, abgesehen von der Ersparniß an Brennmaterial, ein regelmäßigerer Gang des Ofens, eine größere Gleichmäßigkeit seiner Producte, und ein reichlicherer Ertrag innerhalb derselben Zeit seyn. Der Ofen hat bei einer Höhe von 12,70 Meter 3,70 Meter im Durchmesser. Hr. Kemble, der das Hüttenwerk dirigirt, hält diese bedeutenden Dimensionen für nöthig, und erklärt, daß wenn dieß Verfahren anderwärts nicht gute Dienste leistete, dieß lediglich der Kleinheit der Oefen zuzuschreiben sey. – An dem Hüttenwerke zu Stokbridge, welches gleichfalls im Thale des Hudson gelegen ist, wird ein erdiges, weißes kohlensaures Eisen, welches sich mit Brauneisenstein (womit das aus quarzigem Glimmerschiefer bestehende Gestein imprägnirt ist) vermengt findet, ausgeschmolzen. Der Ofen hat nur 11 Meter Höhe. Die Kohle ist dieselbe wie zu Westpoint; man vermengte sie anfangs zu 1/6 mit Holz, später brachte man diese Quantität ohne allen Nachtheil bis auf 1/3. Während die benachbarten, freilich kleineren Hohöfen, welche bloß mit Kohlen |481| gespeist werden, 200 Bushels Kohlen per Tonne ausgebrachten Roheisens erheischen, brachte jener zu Stockbridge dieselbe Quantität Metall mit einem Aufwande von 165 Bushels Kohlen und Holz aus. Seit der im Jahre 1835 eingeführten Anwendung einer Gebläsluft von 232 Centigr. ist dieser Werbrauch sogar bis auf 137 Bushels per Tonne gesunken. (Hermés, No. 11.)

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