Titel: Anwendung des Walzendrukes auf die Buchdrukerkunst.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXXVI./Miszelle 15 (S. 482)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061086_15

Anwendung des Walzendrukes auf die Buchdrukerkunst.

Hr. Rowland Hill nahm kürzlich ein Patent auf eine rotirende Buchdrukerpresse, in der die Lettern in Cylinder eingesezt werden, während der Druk durch Cylinder von der gewöhnlichen Art ausgeübt wird. Die Vortheile, welche der Patentträger von seiner Erfindung erwartet, sind: 1) eine ununterbrochene Thätigkeit der Maschine, indem der umlaufende Lettern-Cylinder fortwährend an einer Stelle geschwärzt wird, während er an einer anderen Stelle abdrukt. Hiedurch soll sich bei gleicher Geschwindigkeit der Maschine im Vergleiche mit den gewöhnlichen Drukerpressen eine Ersparniß von beiläufig 3/4 der Zeit ergeben. 2) eine größere Geschwindigkeit der Maschine, die sich ohne alle Schwierigkeit und Gefahr erlangen läßt, indem die Bewegung hier eine fortlaufende und keine abwechselnd hin und her gehende ist. In Folge dieser größeren Geschwindigkeit in Verbindung mit dem eben angedeuteten Gewinne an Zeit, soll die neue Maschine beinahe 10 Mal schneller arbeiten, als die neueren verbesserten Pressen, bei deren Anwendung das Papier auf beiden Seiten bedrukt, aus der Presse kommt. 3) endlich eine bedeutende Ersparniß an Kraftaufwand; denn da die Hin- und Herbewegung der schweren Form, der Schwärztafeln und der Schwärzwalzen an den gewöhnlichen Pressen einen bedeutenden Verlust an Kraft und Zeit veranlassen, einen Verlust, der bei der rotirenden Bewegung nicht Statt findet, so glaubt der Patentträger, daß die neue Maschine der großen Beschleunigung der Geschwindigkeit ungeachtet mit dem achten Theile der Kraft dasselbe leisten werde, wie eine ältere Presse mit dem ganzen Kraftaufwande. Die Lettern sollen sich eben so leicht, wo nicht noch leichter fixiren und ausnehmen lassen, wie an den älteren Maschinen; und eben so soll auch die Regulirung der Speisung derselben mit Schwärze noch leichter seyn. Die rotirende Maschine wird innerhalb derselben Zeit, während welcher die gegenwärtigen Schnellpressen ein Zeitungsblatt auf einer Seite druken, zwei Blätter auf beiden Seiten druken; und dabei wird mit lezteren das Register oft mangelhaft, mit ersterer stets vollkommen genau ausfallen. (Mechanics' Magazine, No. 675)

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