Titel: Preisaufgaben der Société industrielle de Mulhausen, worüber in der Generalsizung im Monate Mai 1837 und im Mai 1838 entschieden wird.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXXVI./Miszelle 3 (S. 472–476)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061086_3

Preisaufgaben der Société industrielle de Mulhausen, worüber in der Generalsizung im Monate Mai 1837 und im Mai 1838 entschieden wird.

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Chemische Künste.

1) Bronzene Medaille für eine Abhandlung über die Selbstentzündung der fetten Baumwollen.

2) Silberne Medaille für die beste Abhandlung über die Fabrication des Adrianopelrothes.

3) Bronzene Medaille für eine Abhandlung, worin durch genaue Versuche gezeigt wird, welche Rolle beim Blaufärben der Baumwolle mit Indigo die außer dem blauen Pigmente in lezterem enthaltenen Substanzen (wie z.B. der von Berzelius entdekte braune und rothe Stoff) spielen; und ob diese Substanzen dabei nüzlich oder schädlich sind, oder auch ob die eine oder die andere von ihnen zur Erzeugung einer dauerhaften und lebhaften Farbe unumgänglich nothwendig ist.

4) Silberne Medaille für die Entdekung eines Mittels, wodurch die zum Oehlen der Baumwollenzeuge nöthige Zeit abgekürzt, und diese Operation ökonomischer gemacht werden kann.

5) Bronzene Medaille für Entdekung und Einführung eines in der Kattundrukerei nüzlichen Verfahrens.

6) Silberne Medaille für Entdekung eines mit Indigo oder einem anderen Farbstoffe gefärbten Blau, welches der Luft, den Säuren und der Seife besser widersteht als das Küpenblau, und welches dabei ebenso lebhaft ist, wie dieses.

7) Bronzene Medaille für Erzeugung einer gelben Farbe, welche der Luft, den Säuren und den Alkalien besser widersteht, als das mit Wau, mit Quercitronrinde und chromsaurem Blei gefärbte, und welches dabei diesem an Lebhaftigkeit gleichsteht.

8) Bronzene Medaille für eine genaue Analyse der schwarzen und der weißen Galläpfel, des Bablah, des sicilianischen und des französischen Sumachs (von Donzères).

9) Bronzene Medaille für ein schnelles und einfaches Verfahren den Grad der Feinheit troken und mit Wasser abgeriebener Substanzen zu messen und in Zahlen anzugeben.

10) Silberne Medaille für denjenigen, der eine genaue, schnell und leicht ausführbare Methode den Werth zweier Cochenillen vergleichsweise zu bestimmen, angibt.

11) Bronzene Medaille für eine ähnliche auf das Fernambuk- und Campescheholz anwendbare Probirmethode.

12) Goldene Medaille für ein Bleichverfahren, wobei die Stoffe nicht der Luft ausgesezt zu werden brauchen, und welches folgenden Bedingungen entspricht: 1) Man muß mittelst dieses Verfahrens zu jeder Jahreszeit ein vollkommenes Drukweiß erhalten können, selbst auf Zeugen, die Fettigkeiten enthalten, welche in Laugen ganz unauflöslich geworden sind. 2) Die nach diesem Verfahren gebleichten Baumwollzeuge müssen nach dem Krappen eben so weiß aus dem Kessel kommen, wie die an der Luft gebleichten.

13) Bronzene Medaille für eine Behandlung des Krappes, der Quercitronrinde und des Waues oder für einen Zusaz zu den Flotten dieser Färbstoffe, in Folge dessen die Stüke weißer aus dem Bade kommen.

14) Bronzene Medaille für eine Metalllegirung, die sich zu Rakeln für Walzendrukmaschinen eignet, und welche nicht nur die Elasticität und Härte des Stahles, sondern auch die Eigenschaft besizt, daß sie von jenen Farben, die viel Kupfer und Eisen aufgelöst enthalten, nicht angegriffen wird.

15) Silberne Medaille für einen Appret für gedrukte Baumwollzeuge, welcher nicht wie der Stärkmehlappret das Unangenehme hat, daß er in feuchtem Zustande schimmelt, wodurch gewisse gefärbte Böden schimmelig werden; und welcher überdieß einen höheren Grad von Elasticitat besizt, so daß die Waare beim Verkaufe nicht so leicht die Festigkeit verliert. Dieser Appret dürfte nicht viel theurer zu stehen kommen, als jener mit Stärkmehl.

(Ueber diese Preisaufgaben vergleiche man Polyt. Journal Bd. LIII. S. 312 und die daselbst enthaltenen weiteren Hinweisungen) Neue Preise sind:

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16) Bronzene Medaille für Untersuchungen über die Natur, die Eigenschaften und die Fabrication des Cachou.

17) Silberne Medaille für eine auch im Großen anwendbare Methode das Olivenöhl in weniger als 10 Tagen für die Beizen geeignet (tournante) zu machen.

Mechanische Künste.

Von den in früheren Jahren ausgeschriebenen Preisen werden noch folgende zum Concurse zugelassen.

1) Silberne Medaille für die beste Abhandlung über das Spinnen der Baumwolle von Nr. 80 bis 180 metrisch und über das Spinnen überhaupt.

2) Goldene Medaille im Werthe von 1000 Fr. (gegründet von Hrn. I. I. Bourcart) für Erfindung einer Maschine zum Oeffnen und Zupfen aller Arten von Baumwolle, ohne daß dieselbe dabei Schaden leidet, durch welche Maschine sowohl das Schlagen und Zupfen mit der Hand, als auch der sogenannte Klopfzupfer (batteur-éplucheur) mit Vortheil ersezt werden kann.

3) Silberne Medaille für Fabrication und Verkauf neuer Baumwollzeuge.

4) Silberne Medaille für eine Abhandlung, worin gezeigt wird, bei welchem Verhältnisse zwischen der Höhe und dem Durchmesser eines Schornsteines nicht nur der beste Zug Statt findet, sondern wobei auch am meisten Brennmaterial und Baukosten erspart werden.

5) Goldene Medaille für eine Abhandlung, worin nach positiven Erfahrungen gezeigt wird, welcher ökonomische Nuzen aus der Anwendung der rauchverzehrenden und zur Speisung mit Steinkohlen dienenden Apparate erwächst.

6) Silberne Medaille für Anwendung des Schnurkraftmessers (dynamomêtre funiculaire) und für die Bestimmung der Kraft, welche nöthig ist um sowohl sämmtliche als jede einzelne der in den Baumwollspinnereien befindlichen Maschinen in Bewegung zu sezen.

7) Goldene Medaille im Werthe von 500 Fr. (von den HH. Köchlin, Favre und Waldner gegründet) für Erfindung einer vortheilhaften Maschine zum Messen und Zusammenlegen der Kattune und anderer ähnlicher Zeuge.

8) Goldene Medaille für den Verfasser einer genügenden Abhandlung über die Theorie und die Anwendung der Ventilatoren.

9) Silberne Medaille für die Erfindung eines Instrumentes, womit die Geschwindigkeit der Luft mit Genauigkeit gemessen werden kann.

10) Silberne Medaille für die Beschreibung eines Verfahrens zum Härten eiserner Gegenstände aller Art, welches nicht nur wohlfeiler und schneller ausführbar ist, als die bisher bekannten Methoden und als das Härten mit eisenblausaurem Kali, sondern welches auch auf einzelne Theile der Gegenstände anwendbar ist.

11) Goldene Medaille im Werthe von 600 Fr. für denjenigen, der die beste Methode kupferne Hohlwalzen zu gießen angibt und im Departement des Oberrheines einführt. Die Walzen dürfen weder Blasen, noch Risse haben, und müssen sich hämmern und, streken lassen, gleichwie sie auch alle zum Graviren erforderlichen Eigenschaften besizen müssen.

12) Goldene Medaille im Werthe von 500 Fr. (von Hrn. Nikol. Schlumberger gegründet) für die beste Abhandlung über Reinigung der verschiedenen zum Schmieren der Maschinen dienenden Fette.

13) Silberne Medaille für eilte Verbesserung im Baue der Baumwollkarden, wodurch das sogenannte Abhaaren (debourrage), welches eine für den Fabrikanten eben so lästige, als für den Arbeiter ungesunde Operation ist, beseitigt, und durch einen sicheren und einfachen Mechanismus ersezt wird.

14) Silberne Medaille für eine Maschine zum Schlichten, welche mit Baumwolle, die auf den Spulen gefärbt worden, gespeist wird, und welche das Garn, nachdem es geschlichtet worden, neuerdings wieder auf Spulen bringt.

Neuer Preis:

15) Goldene Medaille (von Hrn. Emile Dollfus gegründet) für Erfindung eines Wasserzählers oder eines einfachen und wohlfeilen Apparates, womit man die Quantität des von einem Dampfkessel verbrauchten Speisungswassers leicht messen kann, und der sich zwischen der Speisungspumpe und dem Kessel anbringen läßt.

Außerordentlicher Preis, welcher im Mai 1838 zuerkannt wird.

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16) Preis von 29,000 Franken, durch Subscription gegründet, für den Erfinder eines Reservoirs für Triebkraft, wodurch sich ein Theil der gänzlich verloren gehenden Kraft des Wassers, Windes, Dampfes oder irgend einer anderen Triebkraft aufspeichern läßt.

Naturgeschichte und Landwirthschaft.

1) Bronzene Medaille für eine geognostische oder mineralogische Beschreibung eines Theiles des Departements.

2) Silberne Medaille für die beste, in populärem Style und deutscher Sprache geschriebene Abhandlung, in der die Nachtheile der Anlehen, welche die Landwirthe im Elsaß zu machen pflegen, geschildert werden.

3) Goldene Medaille von 300 Fr. im Werthe demjenigen Müller, der im Laufe des J. 1836 und bis zum 15. März 1837 zuerst eine wesentliche Verbesserung an seiner Mühle einführte.

4) Goldene Medaille von 600 Fr. im Werthe demjenigen Müller, der eine Mühle von wenigstens vier Gängen herstellt, welche durch ein einziges horizontales Triebwerk und ein einziges Wasserrad in Bewegung gesezt wird, und wobei jeder Gang in einer Stunde 100 Pfd. Weizen mahlt, und dabei eine Kleie gibt, die nicht nachgemahlen zu werden braucht.

5) Silberne Medaille zur Aufmunterung zum Bohren artesischer Brunnen. Die Medaille wird demjenigen Landeigenthümer zuerkannt, der einen springenden artesischen Brunnen grub, und der der Gesellschaft Muster der durchgrabenen Erdschichten vorlegt.

6) Silberne Medaille oder deren Werth demjenigen, der bis zum December 1837 1000 Stüke vielstängelige oder gepfropfte Zwergmaulbeerbäume gepflanzt hat.

7) Bronzene Medaille demjenigen, der 300 Stüke hochstämmige gepfropfte Maulbeerbäume gepflanzt hat.

8) Silberne Medaille oder deren Werth demjenigen, der 100 Pfd. Seidencocons im Departement gezogen.

9) Vier bronzene Medaillen denjenigen, die bis an 20 Pfd. Seide gezogen haben.

10) Bronzene Medaille für Anwendung der chinesischen Methode oder des Seilbohrens beim Bohren artesischer Brunnen oder bei anderen Bohrversuchen, wenn man wenigstens auf 25 Meter Tiefe gelangt ist. Der Gesellschaft sind Muster der durchgrabenen Erdschichten vorzulegen.

11) Silberne Medaille demjenigen Landwirthe, der sich des Nutt'schen Bienenstokes bedient, und die besten Resultate damit erzielt hat.

12) Silberne Medaille dem Verfasser des besten, in deutscher oder französischer Sprache geschriebenen landwirthschaftlichen Kalenders.

Neue Preise:

13) Silberne und zwei bronzene Medaillen für Anwendung flüssiger Düngstoffe, und für die Anwendung verschiedener Fabrikabfälle als Düngmittel.

14) Silberne und vier bronzene Medaillen jenen Landwirthen, welche die genauesten Nachweisungen über die Versuche geben, welche sie mit dem Baue verschiedener Pflanzen und der Anwendung verschiedener landwirthschaftlicher Geräthe, anstellten.

15) Silberne Medaille für die beste Abhandlung über jene Art von Feldmaus, welche längs der beiden Rheinufer haust, und die eine Abart der Mus arvalis L. zu seyn scheint. (Man hat hauptsächlich die Ursachen der raschen Vermehrung dieses Thieres und die Mittel zu dessen Vertilgung zu berüksichtigen.)

16) Vier silberne Medaillen denjenigen, welche bis zum März 1837 auf sehr kalkigem Boden im Elsaß, in Lothringen oder in der Champagne über 40 Aren mit Krapp bebaut haben.

Verschiedene Preise.

1) Bronzene Medaille für eine wichtige Verbesserung in irgend einem Zweige der Industrie oder der Landwirthschaft im Departement des Oberrheines.

2) Bronzene Medaille für Einführung irgend eines neuen Industriezweiges in das Departement.

3) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über die im Departement zu verbessernden oder einzuführenden Industriezweige.

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Keines der Programme enthält etwas Neues, so daß wir in Hinsicht auf die Entwikelungen derselben auf das Polyt. Journal Bd. LVIII. S. 356 zurükweisen.

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