Titel: Sicherheitspfeifen für Dampfmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1836, Band 61, Nr. LXXXVI./Miszelle 4 (S. 476)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj061/mi061086_4

Sicherheitspfeifen für Dampfmaschinen.

Hr. Nikolaus Hoh in Neufchatel, welcher eine Dampfmaschine für eine Kattundrukerei in der Nachbarschaft zu bauen hatte, hat in dem Kessel einen kleinen Schwimmer angebracht, der, wenn das Wasser bis unter ein bestimmtes Niveau gesunken ist, ein kleines Ventil öffnet, durch welches Dampf entweichen kann. Der Dampf tritt durch eine kleine Pfeife aus und erzeugt dadurch einen gellenden Schall, der den Maschinisten von dem Zustande des Kessels in Kenntniß sezt. – Hr. Barré, ehemaliger Professor der Physik in Angers, hat seither ein ähnliches Verfahren angegeben. Er will nämlich an dem oberen Theile des Kessels eine Oeffnung angebracht wissen, welche mit einer mit Schraubennieten befestigten Platte luftdicht verschlossen wird. In dieser Platte, welche der Oeffnung entsprechen und länger als breit seyn muß, und deren Dimensionen gehörig bestimmt sind, wird gegen das eine Ende hin ein rundes Loch angebracht, auf welches man eine Röhre oder eine Pfeife sezt. Dieses Loch wird mit einem Ventile, welches genau an die innere Fläche der Platte paßt, und durch die Expansivkraft des Dampfes dagegen angedrükt wird, geschlossen erhalten. Der Schwimmer anstatt unmittelbar an dem Ventile befestigt zu seyn, ist an dem einen Arme eines an dem Ventile befestigten Hebels aufgehängt, während der andere Hebelarm durch ein Charniergelenk mir der Platte in Verbindung steht. Das Gewicht des Schwimmers, durch welches das Ventil geöffnet werden muß, um den Dampf austreten zu lassen, muß natürlich kleiner seyn, als jenes eines ihm gleichkommenden Volumens siedenden Wassers; auch muß der Schwimmer, wenn das Wasser so weit gesunken ist, daß es ihn nicht länger mehr zu tragen im Stande ist, durch sein Gewicht jene Kraft überwinden, womit das Ventil von dem Dampfe gegen die Oeffnung angedrükt wird, die es zu verschließen hat. (Aus dem Temps. 17. Jul. 1836.)

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