Titel: Fenton's verbesserte Schlösser und Schnallen für Thüren, Thore etc.
Autor: Fenton, Samuel
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. X. (S. 44–56)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/ar063010

X. Verbesserungen an den Schlössern und Schnallen für Thüren, Thore und andere Zweke, worauf sich Samuel Fenton, von Fishguard in der Grafschaft Pembroke, South Wales, am 10. Februar 1836 ein Patent ertheilen ließ.

(Aus dem London Journal of Arts. Oktober 1836, S. 43.)

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Meine Erfindung besteht: 1) In einer Klinke oder in einem Riegel, den ich einen Compound-lever-gravitating latch bolt nenne. Dieser Riegel wird weder durch den Bart eines Schlüssels, noch auch durch Federn in Bewegung gesezt, obwohl eine oder mehrere dieser |45| lezteren an ihm angebracht seyn können; er wird auch nicht dadurch in das Schloßgehäuse zurükgezogen, daß man nach der gewöhnlichen Methode mittelst eines Griffes oder Schnallenknopfes eine Spindel, die mit ihrem Ende in diesem Griffe festgemacht ist, umdreht; sondern es geschieht dieß mittelst eines daran angebrachten Hebels, der sich in einer Fuge oder in einem Zapfenloche bewegt, welches sich zu diesem Behufe an der unteren Seite der gewöhnlichen Griffe oder Knöpfe befindet. Jeder dieser Griffe oder Knöpfe ist mittelst Schrauben unbeweglich an der Thüre befestigt, und hat nicht nur dem oben erwähnten Hebel als Stüzpunkt zu dienen, sondern zugleich auch die Stelle eines Instrumentes zu versehen, womit man die Thüre zurükziehen kann, nachdem sie aufgesperrt wurde. Ich muß jedoch gleich hier ausdrüklich bemerken, daß sich die Form des Griffes durchaus nicht auf den gewöhnlich gebräuchlichen Knopf zu beschränken braucht, sondern je nach Belieben und Geschmak verschieden abgeändert werden kann.

Die Erfindung besteht 2tens in dem zum Absperren dienenden Theile, zu welchem zwei Riegel gehören, die übrigens nicht mit einander in Verbindung stehen. Einer dieser Riegel wird von der Außenseite der Thüre her mit dem Schlüssel, von Innen hingegen mit einem Hebel in Bewegung gesezt. Dieser Hebel bewegt sich horizontal in einer Messingplatte, womit er an der Thüre angebracht ist; er verhindert, wenn er von jenem Ende des Schlosses, bei welchem der Klinken- oder Schnallenriegel hinaus ragt, abgezogen wird, daß der Schlüssel weder nach der einen, noch nach der anderen Richtung bewegt werden kanu; und wenn der Schlüssel zum Absperren seines Riegels gedient hat, so kann der Hebel nicht an den Ort seiner Bestimmung gezogen werden: so daß, wenn die Thüre von Innen mittelst des durch den horizontalen Hebel bewegten Riegels verschlossen ist, der Schlüssel das Schloß weder auf- noch absperren kann. Ist die Thüre dagegen von Außen mittelst jenes Riegels verschlossen worden, der durch den Schlüssel in Bewegung gesezt wird, so ist es unmöglich die Thüre von Innen durch Bewegung des horizontalen Hebels aufzusperren, indem alle Verbindung zwischen dem Schlüsselriegel und dem Hebelriegel durch eine eiserne Zwischenplatte abgeschnitten ist.

Die Erfindung besteht endlich 3tens darin, daß, während an den anderen Schlössern, welche zur Verhütung des Zurükdrängens der Riegel mit Tummlern versehen sind, alle diese Tummler unmittelbar, d. h. durch Berührung derselben mit dem Barte des Schlüssels, von den Riegeln emporgehoben werden, an dem von mir erfundenen Schlosse ein Tummler angebracht ist, bei welchem dieß nicht der Fall |46| ist; sondern der vielmehr jedem Instrumente, welches allenfalls durch das Schlüsselloch eingeführt werden könnte, unzugänglich ist. Folgende Beschreibung der beigegebenen Zeichnungen wird hinreichen, um alles dieß zur Genüge zu erläutern.

Fig. 6 gibt eine Frontansicht eines meiner verbesserten Schlösser, woran der Riegel um so viel vorragt, als dieß an den gewöhnlichen französischen Schlössern (mortice locks) der Fall zu seyn pflegt. A ist die Oeffnung, in welcher die Hebel in den unteren Theil der Griffe oder Knöpfe eingesezt werden, um dadurch den Klinkenriegel emporzuheben und zurükzuziehen, wie dieß ausführlicher beschrieben werden soll. B ist das Schlüsselloch und der Zapfen, um den sich der Schlüssel zu bewegen hat; auch sieht man hier mit den Zahlen 1, 2, 3, 4 die vier Schrauben bezeichnet, womit das vordere und hintere Schloßblech an dem Schloßgehäuse befestigt ist. Mit X bezeichnet sieht man ferner die Köpfe von vier Zapfen, welche vier an die Rükenplatte genietete Reibungswalzen tragen, durch das Vorderblech hindurchgehen, und an beiden Enden mit einer Schulter ausgestattet sind. Die Schulter, welche sich an dem in die hintere Schloßblechplatte genieteten Ende befindet, dient dazu die Zapfen, welche in der Drehbank verfertigt werden, in senkrechter Stellung zu erhalten; die an dem entgegengesezten Ende befindliche Schulter dagegen hindert das Vorderblech an der Ausübung eines Drukes auf den Klinkenriegel. Diese Bemerkung bezieht sich auch auf jenen Zapfen, um den sich der Klinkenriegel bewegt, und der mit C bezeichnet ist.

Fig. 7 gibt eine Ansicht des Schlosses vom Rüken her; D ist hier die Oeffnung, welche den bereits erwähnten Hebeln Spielraum gibt; E dagegen ist ein Ausschnitt, worin der Hals des Daumenriegels (thumb bolt) spielt.

Fig. 8 ist eine Frontansicht des Schlosses, an welchem das Vorderblech abgenommen ist, und woran man den halben Riegel ersieht; unter lezterem Ausdruke (half bolt) verstehe ich das Hervorragen des Riegels um so viel, als man dieß an den gewöhnlichen französischen Schlössern bemerkt. Man ersieht hieraus die beiden hauptsächlichen Theile des Schlosses: nämlich 1) den Klinkenriegel. compound-lever-gravitating latch and bolt genannt; und 2) den zum Absperren dienenden Theil. Der Klinkenriegel selbst ist hauptsächlich aus drei Theilen zusammengesezt: nämlich aus dem Riegel F; aus dem Verbindungsstüke G; und aus dem nach Abwärts drukenden oder gravitirenden Theile H, den ich den Actuator nenne und der in seiner Bewegung und Wirkung einer Klinke oder Schnalle gleichkommt. Die an dem Riegel F ersichtlichen punktirten |47| Linien deuten den Umfang des Ausschnittes an, in welchem das eine Ende des Verbindungsstükes G spielt. Dieses Verbindungsstük, welches, wenn der Actuator durch den in dem Thürgriffe befindlichen Hebel emporgehoben wird, zum Zurükziehen des Riegels dient, während es den Riegel vorwärts treibt, sobald der Actuator herabsinkt, ist mit zwei Stiften K und L an dem Riegel und dem Actuator befestigt. Es befindet sich zur Aufnahme dieser Stifte an jedem Ende des Verbindungsstükes ein Loch, welches nicht größer zu seyn braucht, als eben nöthig ist, damit dem Verbindungsstüke freie Bewegung gestattet ist. Der Stift L, womit das Verbindungsstük an dem Actuator festgemacht ist, muß vernietet seyn; der Stift K hingegen, der zur Befestigung seines anderen Endes dient, darf nicht vernietet seyn, sondern muß Beweglichkeit besizen, damit der Riegel F versezt werden kann, je nachdem man aus dem Schlosse ein recht- oder linkhandiges machen will.

Der Actuator bewegt sich an dem Zapfen C, und der Riegel F bewegt sich zwischen den vier Reibungswalzen N, N, N, N in dem Schloßgehäuse aus und ein. Der Actuator besteht aus drei Theilen: nämlich aus zwei äußeren Platten und einem Zwischenstuke, welche zusammen die nöthigen, durch die punktirten Linien angedeuteten Fugen oder Zapfenlöcher bilden, und welche zusammen die Dike des Schlosses zwischen dem vorderen und hinteren Schloßbleche ausmachen. Die beiden Platten sind durch die mit X bezeichneten Nieten an dem Zwischenstüke befestigt.

Der Einfall R bewegt sich an dem Zapfen S, an welchem er fixirt ist; durch ihn wird der Actuator verhindett ganz herabzusinken, indem das eine Ende des Einfalles in eine Auskerbung G zu ruhen kommt, welche in dem oberen Theile der Scheidewand W angebracht ist. Die punktirten Linien, welche man unmittelbar über dem Einfalle an dem Actuator bemerkt, bezeichnen die Fuge, in welche sich der Einfall zurükzieht, wenn er durch den weiter unten zu beschreibenden inneren Tümmler aus der erwähnten Auskerbung zurükgezogen wird. Die in dem Actuator befindliche Oeffnung T dient zur Aufnahme des bereits beschriebenen Griffhebels.

Der zum Absperren dienende Theil Nro. 2 zeigt die Führplatten O, P von Vorne; ferner den Dorn für den Schlüssel X, die Scheidewand W, welche alle Communication zwischen dem Schlüssel und dem Daumenriegel aufhebt; den zurükgezogenen Schlüsselriegel Y, mit dem zur Aufnahme des Schlüsselbartes dienenden Ausschnitte Q; den Arm des äußeren Tümmlers Z; den verborgenen oder unzugänglichen Tümmler a; den inneren Tummler b; die Schmetterlingsflügel c, c; den oberen, in dem äußeren Tümmler |48| eingelassenen Zapfen d, an welchem diese Flügel aufgehängt sind; den unteren, in den verborgenen Tummler eingelassenen Zapfen e, den die Flügel in Folge ihrer seitlichen Schwere nach Art einer Zange umfassen, und mit dessen Hülfe die Flügel den verborgenen oder unzugänglichen Tümmler emporheben, wenn dieß nöthig wird. Ferner sieht man den Entfalter der Flügel f; die Schraube g, womit er an der Scheidewand befestigt ist; den starken Zapfen h, womit der Entfalter unbeweglich erhalten wird; den Zapfen oder Stift i, womit der äußere und der innere Tummler an der einen Seite der Scheidewand befestigt ist, während der obere Tummler, welcher dem Daumenriegel angehört, an der anderen Seite dieser Scheidewand angebracht ist; und endlich den Zapfen k, womit der unzugängliche Tummler an der einen und der untere dem Daumenriegel angehörige Tummler an der entgegengesezten Seite der Scheidewand festgemacht ist. Die an dem unteren Theil der vorderen Führplatte O ersichtlichen, punktirten Linien bezeichnen die Schraube, die zu deren Befestigung in dem Schloßgehäuse dient; während die punktirten Linien an der hinteren Führplatte P jene Schraube bezeichnen, womit diese Platte an der für sie bestimmten Stelle des Schloßgehäuses angebracht ist. Die an den Führplatten bemerkbaren punktirten Linien l, m endlich deuten die Fugen an, durch die sich der Schlüsselriegel Y bewegt, und durch die er an Ort und Stelle erhalten wird. Durch das runde, in der Führplatte P befindliche Loch n kann der Arbeiter sehen, ob das innere Ende des äußeren und inneren Tummlers gestattet, daß der Schlüsselriegel, wenn er mittelst des Schlüssels zurükgezogen wird, mit der den inneren Enden dieser Tummler zunächst gelegenen Stelle luftdicht oder wenigstens mit möglichst geringem Spielraume zwischen den Berührungspunkten, an jenen Tummler vorübergehen kann.

Fig. 9 gibt eine Frontansicht des Schlosses mit abgenommenem vorderem Schloßbleche und mit vollkommen abgesperrtem Riegel F. Die an dem Schwanze des Actuators ersichtlichen punktirten Linien deuten die Fuge oder das Zapfenloch an, in welches der Schlüsselriegel Y eingetrieben wird. Der Punkt B ist eine an dem oberen Theile des Schlüsselriegels befindliche Einziehung (step), in welche der unzugängliche Tummler eingefallen ist; und der Punkt C ist eine an dem oberen Ende des erwähnten Riegels befindliche Einziehung, in welche, wie man sieht, der äußere und der innere Tummler gefallen ist.

Fig. 10 zeigt das Schloß von Vorne, und zwar in einer Stellung, in der der Riegel F durch die Thätigkeit des in der Oeffnung T angebrachten Griffhebels gänzlich in das Schloßgehäuse zurükgezogen ist. Fig. 11 ist ein Grundriß des Schlosses mit dem vorderen und |49| hinteren Schloßbleche; p ist hier der schräg zulaufende Theil des Riegels F, und g, g der zu beiden Seiten angebrachte Griffhebel. Fig. 12 gibt eine Ansicht des Schlosses von Hinten, und zwar mit abgenommenem hinterem Schloßbleche; das Schloß ist halb abgesperrt, und der Einfall R befindet sich in der bereits beschriebenen Auskerbung. A ist der obere, zu dem Daumenriegel gehörige Tummler, womit der Einfall aus der Auskerbung gehoben wird. so daß der Actuator herabfallen und den Riegel F vollends vorwärts treiben kann. B ist der untere, dem Daumenriegel angehörige Tummler, dessen Ende als Hebel wirkt und den oberen Tummler emporhebt, wenn die Schulter C in Folge der Thätigkeit des horizontalen, in den Ausschnitt F des Daumenriegels E eingelassenen Hebels gegen die entsprechende Schulter angedrükt wird. Die punktirten Linien l, m deuten an den Führplatten die Fuge an, in der sich der Daumenriegel E bewegt. Die auf dem Schwanze des Actuators ersichtlichen punktirten Linien bezeichnen die Kammer, welche zur Aufnahme des Daumenriegels dient, wenn derselbe durch den horizontalen Hebel vorwärts getrieben wird. Die punktirten Linien S, T, U bezeichnen eine in der Hauptplatte des Tummlers A befindliche Oeffnung, welche dem in die Oeffnung F des Daumenriegels E eingelassenen Ende des horizontalen Hebels freien Spielraum gestattet.

Fig. 13 gibt eine Ansicht des Schlosses von Hinten, woran man das hintere Schloßblech abgenommen und den Riegel abgesperrt sieht. Der Daumenriegel E ist hier in seine Kammer a, a, a getrieben.

Fig. 14 zeigt die Schmetterlingsflügel A, B. Das Getrieb des Flügels A ist von a bis b halbirt; das Getrieb des Flügels B ist gleichfalls von c bis d halbirt; jedoch an der dem Flügel A entgegengesezten Seite.

Fig. 15 ist eine Abbildung des äußeren Tummlers, woran d den oberen Zapfen, an welchem die ebenerwähnten Flügel aufgehängt sind, vorstellt. Z ist der Arm, durch den dieser Tummler von dem Barte des Schlüssels emporgehoben wird; und C der Bogen, in welchem sich der Bart bewegt, wenn er den Tummler emporhebt. b, b, b sind die Nieten, womit dieser Arm an dem Haupttheile des Tummlers, der sich von D bis zu D erstrekt, festgemacht ist.

Fig. 16 gibt eine Ansicht des unzugänglichen Tummlers. e ist der Zapfen, womit, indem er von der am unteren Ende der Schmetterlingsflügel angebrachten Gabel oder Zange umfaßt wird, dieser Tummler über die an dem Schlüsselriegel befindliche Einziehung emporgehoben wird; f ist der Fänger des erwähnten Tummlers. Die |50| punktirten Linien bezeichnen den an der entgegengesezten Seite hervorragenden Hals.

Fig. 17 stellt einen Grundriß des unzugängigen Tummlers vor. e ist der Zapfen, den die Flügel, Fig. 14, umfassen; g der Hals, dessen Vorsprung oder Hervorragung von der Dike des inneren Tummlers abhängt, der jedoch um so viel diker ist als lezterer, daß die unzugänglichen Tummler spielen können, ohne mit der Oberfläche des inneren Tummlers in Collision zu gerathen.

Fig. 18 zeigt den inneren Tummler. D ist der für den Hals des unzugänglichen Tummlers gelassene Raum; und dieser Hals ragt so weit über die Dike des inneren Tummlers hinaus, daß, wenn er sich an der Scheidewand VV bewegt, dem unzugänglichen Tummler vollkommen freier Spielraum gestattet ist, ohne daß derselbe mit der Oberfläche des inneren Tummlers in Berührung kommt. E ist der Fang oder der Sperrer, der, wenn der Schlüsselriegel in seine in dem Schwanze des Actuators befindliche Kammer vorgeschoben worden ist, auf die in dem oberen Ende dieses Riegels angebrachte Einziehung fällt, und also dazu dient ihn in dieser Stellung zu erhalten. Wurde dagegen dieser Riegel zurükgezogen, so fällt der Theil E, wie in Fig. 8 in der Führplatte P durch die punktirten Linien in dem Loche n angedeutet ist, in jene Oeffnung oder in jenen Raum, der sich zwischen dem Rande der in der erwähnten Führplatte angebrachten Fuge und zwischen jenem Metallstüke befindet, welches an dem in die Fuge der erwähnren Führplatte eingesenkten Ende des Schlüsselriegels festgemacht ist. Die Folge hievon ist, daß der Schlüsselriegel nicht mehr aus jener Stellung gebracht werden kann, in der ihn der Schlüssel zurükließ. C ist der Bogen, worin sich die äußerste Spize des Schlüsselbartes bewegt, um den fraglichen Tummler emporzuheben.

Fig. 19 stellt den Schlüsselriegel vor. Q ist hier der zur Aufnahme des Schlüsselbartes dienende Ausschnitt. H die Schulter, welche ein zu weites Hervortreten dieses Riegels hindert; B die Einziehung, welche zur Aufnahme des Fanges des unzugänglichen Tummlers und C die Einziehung, welche zur Aufnahme des Fanges des äußeren und des inneren Tummlers dient.

Fig. 20 ist ein Grundriß des Schlüsselriegels. L ist das Metallstük, welches an dem in der Führplatte befindlichen Ende dieses Riegels, und zwar an jener Seite desselben angebracht ist, die der Scheidewand zugekehrt ist. Dieses Stük muß in Hinsicht auf seine Dike jenem Stüke gleichkommen, welches an dem vorderen Theile der Scheidewand befestigt ist, und welches bei Fig. 21 beschrieben werden soll.

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Fig. 21 gibt eine Ansicht der Scheidewand W, welche nach Abnahme der Führplatte O und nach Befestigung des Schlüsselriegels nur mehr in der Führplatte P befestigt ist. A ist ein an dieser Scheidewand befestigtes Stük von solcher Dike, daß durch dasselbe zwischen dem Schlüsselriegel und der Scheidewand so viel Raum bedingt ist, als für das freie Spiel des inneren in Fig. 18 abgebildeten Tummlers erfordert wird. Ein ähnliches Stük ist mittelst derselben Nieten auch an der entgegengesezten Seite der Scheidewand befestigt, damit hiedurch zwischen dem Daumenriegel und der Scheidewand jener Raum gelassen wird, in welchem der untere Theil der Hauptplatte des oberen Tummlers des Daumenriegels, welcher in Fig. 12 beschrieben wurde, zu spielen hat. Die punktirten Linien b, c zeigen die Tiefe der in der Führplatte P befindlichen Fuge, in welche die Scheidewand eingesezt ist. Sowohl diese Fuge, als die ihr entsprechende Fuge in der Führplatte O, muß sich genau im Mittelpunkt dieser Platten befinden. Die senkrechte punktirte Linie d zeigt die Flächendimensionen des an diesem Theile der Scheidewand befestigten Stükes, welches in Hinsicht auf Dike dem bereits beschriebenen Stüke A gleichkommt. Die horizontalen Linien e, e deuten die Dike des Randes der in der Führplatte P befindlichen Fuge an. Der zwischen den senkrechten Linien f, f gelassene Raum bezeichnet die Breite desselben. H ist der Einfall der Führplatte P, welcher den äußeren und den inneren Tummler an Ort und Stelle, nämlich in dem zwischen diesem Einfalle und der Scheidewand gelassenen Raume, erhielt, und zugleich auch eine gleichmäßige Bewegung derselben bedingt.

Fig. 22 ist ein Grundriß von Fig. 21. A, A und B, B sind die an der Scheidewand befestigten Stüke, welche wie gesagt von solcher Dike sind, daß sie einerseits für den inneren Tummler, und andererseits für den unteren Theil der Hauptplatte des oberen Tummlers des Daumenriegels den gehörigen Spielraum bedingen. X ist der Dorn für den Schlüssel.

Fig. 23 zeigt jenen Theil des Schwanzes des Actuators, der gegen jene Enden der beiden Riegel, welche in die zu deren Aufnahme dienenden und an diesem Schwanze befindlichen Kammern hineinragen, gekehrt ist. A und B sind die beiden äußeren Platten des Actuators; C ist die zur Aufnahme des Schlüsselriegels dienende Kammer; D die Kammer für den Daumenriegel; E ein an dem Zapfen F aufgehängter Schwängel, der sich, er mag beim Aufsperren von dem Schlüssel- oder von dem Daumenriegel berührt werden, auf die entgegengesezte Seite jenes Raumes schwingt, den er vorher einnahm. Dieser Schwängel hindert, daß die Thüre, an der sich dieses Schloß befindet, nicht von beiden Seiten zugleich befestigt |52| werden kann; denn wenn der Schlüsselriegel in seine Kammer C getrieben worden ist, so versperrt der Schwängel, indem er gegen die innere Seite der mit B bezeichneten Platte des Actuators hin bewegt wird, dem Daumenriegel den Eingang; und wenn der Daumenriegel in seine Kammer D getrieben worden, so versperrt der Schwängel, indem er gegen die innere Seite der mit A bezeichneten Platte des Actuators gerieth, dem Schlüsselriegel den Eingang. G, G ist jener Theil der Kammer, der als Ruhepunkt für den Einfall R bestimmt ist, und in welchem dieser Einfall mittelst des fixirteu Zapfens S festgehalten wird.

Fig. 24 gibt eine Ansicht des in Fig. 12 abgebildeten Daumenriegels E. Die an ihm bemerkbare rechtekige Oeffnung F dient zur Aufnahme des horizontalen Hebels; an jedem Ende derselben ragt ein Stük Metall hervor, wie man aus dem in Fig. 27 gegebenen Grundrisse dieses Riegels noch deutlicher ersieht. Diese beiden Stüke bilden eine Art von Hals, der sich in dem, in dem hinteren Schloßbleche befindlichen und in Fig. 7 bemerkbaren Ausschnitte oder Fenster E hin und her bewegt. C ist die Schulter, die ein zu weites Eintreiben dieses Riegels in den Schwanz des Actuators verhindert. Der Riegel selbst ist von C bis D beiläufig um ein Drittheil kürzer, als der Schlüsselriegel Fig. 19 von H bis O ist. Zu bemerken ist auch, daß an beiden Riegeln die in den Schwanz des Actuators eintretenden Enden an beiden Seiten schräg zulaufen müssen, so daß sie einen stumpfen Keil bilden, wie dieß aus Fig. 19 und 24 erhellt.

Fig. 25 gibt eine Ansicht des unteren Daumenriegel-Tummlers, dessen oberes Ende X dadurch, daß die Schultern gegen einander wirken, hebelartig auf den oberen Tummler einwirkt, wie aus Fig. 12 deutlicher zu ersehen ist.

Fig. 26 zeigt den oberen Daumenriegel-Tummler. p, p ist hier das an der Hauptplatte t dieses Tummlers befestigte Stük, welches die Dike des unteren, in Fig. 12 abgebildeten Tummlers haben muß.

Fig. 27 ist ein Grundriß des Daumenriegels.

Fig. 28 ist eine Abbildung der Führplatte O, an der die horizontalen punktirten Linien b, b den Umfang der Fuge andeuten, in der sich die beiden Riegel bewegen; während durch c, c der Umfang der centralen Fuge, in welche die Scheidewand eingelassen ist, anschaulich gemacht ist. Der zwischen punktirten Linien d, d befindliche Raum bezeichnet die Dike des Randes obiger Fuge. e ist das Loch für den Zapfen, an welchem an der einen Seite der Scheidewand der äußere und der innere Tummler, und an der anderen Seite der obere Tummler des Daumenriegels aufgehängt ist. f ist das Loch für den Zapfen, der an |53| der einen Seite der Scheidewand den unzugänglichen Tummler, und an der anderen den unteren Tummler des Daumenriegels trägt.

Fig. 29 gibt eine Ansicht des Schlüssels, woran A den Bart; b die äußerste Zinke, welche den Tummler emporhebt; c jene Zinke, die den äußeren Tummler emporhebt, und e die zur Aufnahme des Riegels dienende Spalte vorstellt. Der unmittelbar über e befindliche Theil ist schief abgedacht, und dieser ist es, der, indem er beim Aufsperren mit der zur Rechten gelegenen Seite des Scheitels des Ausschnittes Q des Riegels Fig. 19 in Berührung kommt, diesen Riegel aus dem Schwanze des Actuators herauszieht, nachdem vorher sämmtliche Tummler so weit emporgehoben worden sind, daß der Riegel mit den beiden halbkreisförmig abgerundeten Spizen b, c frei an den äußersten Kanten ihrer Fänger vorüber gehen kann.

Fig. 30 zeigt den Schlüssel vom Ende her betrachtet, woraus man die Röhre und auch die Dike des Bartes des Schlüssels ersieht.

Fig. 31 ist ein Grundriß des gegen Fig. 23 hingekehrten Theiles von Fig. 28. Die punktirten Linien, die man am unteren Ende bemerkt, zeigen den Raum für die Schraube, womit die Führplatte O an dem Schloßgehäuse festgemacht ist. b, b sind die Enden der beiden, in die eben erwähnte Führplatte zurükgezogenen Riegel; a, a sind die Enden der Stüke, welche zu beiden Seiten der Scheidewand angebracht sind, und welche bereits oben bei Fig. 21 beschrieben worden. w, w ist das Ende der Scheidewand, welches mit dieser Seite der erwähnten Führplatte in einer Fläche gelegen ist.

Fig. 32 ist ein Grundriß von Fig. 28. Der Ausschnitt c, c stellt die Fuge vor, in welche die Scheidewand eingelassen ist, wie dieß bereits bei Fig. 28 erwähnt wurde. d deutet die Tiefe der Fuge an, welche zur Aufnahme der Scheidewand bei O Fig. 21 bestimmt ist. g ist die über dem Rande befindliche Fuge, welche zur Aufnahme der Scheidewand dient, die man in Fig. 21 bei p und in Fig. 31 zwischen X, X sieht.

Fig. 33 ist ein Grundriß jenes Theiles der Führplatte P, der auf der inneren Seite des Endes des Schloßgehäuses ruht, wie dieß in Fig. 8 angedeutet ist.

Fig. 34 zeigt die Scheidewand mit abgenommener Führplatte P. p ist der Ausschnitt, der zur Aufnahme des Randes der in dieser Führplatte befindlichen Fuge dient.

Fig. 35 gibt eine seitliche Ansicht des Schnallenknopfes, in welchem man den Hebel des Schnallenriegels sieht. a ist ein Grundriß der Platte, die mit Schrauben an der Thüre festgemacht wird; b der Hebel, welcher mittelst des fixen Zapfens c in dem Schnallenknopfe befestigt ist; d die Schulter, an der das Ende dieses Hebels |54| halbirt ist. Zu bemerken ist hier: daß sich diese Schulter ganz frei, und ohne mit den Schloßblechen in Berührung zu stehen, zu bewegen hat; daß die in Fig. 35 abgebildete Art von Hebel auch auf die Art und Weise anwendbar ist, auf welche der entsprechende Hebel, der Schnallengriff, woran er befestigt ist etc., an der anderen Seite der Thüre angebracht wird; und daß dieser Hebel veranlaßt wird emporzusteigen und den Schnallenriegel an- oder zurükzuziehen, indem man den Daumen bei T auf den Umfang des Knopfes, und den Zeigefinger bei F auf den unteren Theil des Hebels sezt, und indem man mit dem Zeigefinger in der Richtung von T drükt.

Fig. 36 gibt eine horizontale Anficht des horizontalen Hebels, der den Daumenriegel vorschiebt und zurükzieht. f, f ist die Platte, deren Oberfläche in Fig. 37 dargestellt ist, und womit dieser Hebel an der Thüre festgemacht wird. e, e sind kleine in diese Platte eingelassene Platten, welche sich zu beiden Seiten des Fensters h, h befinden, und welche also eine Art von Führer oder von Zapfenloch bilden, worin der Hebel mittelst des fixirten Zapfens m festgehalten wird. In Fig. 37 erfieht man die Löcher n, n, womit die Platte f an der Thüre festgemacht wird; den Ausschnitt oder das Fenster h, h, worin der Hebel in horizontaler Richtung bewegt wird, wenn er den Daumenriegel vorwärts zu treiben oder zurükzuziehen hat; und den fixirten Zapfen m, m, womit der Hebel, wie bereits erwähnt, festgehalten wird.

Fig. 1* zeigt eine andere Art der verbesserten Schlösser von Vorne; das vordere Schloßblech ist abgenommen und der Riegel vollkommen ausgetrieben. A ist der zum Riegel gehörige Theil; B der gravitirende Theil oder der Actuator, welcher auf die bei Fig. 8 beschriebene Weise geformt, und auch auf die daselbst angegebene Weise durch Griffhebel emporgehoben wird. c ist die Schraube oder der Zapfen, an dem der Riegel A aufgehängt ist; d ist eine ähnliche, zum Aufhängen des Actuators B dienende Schraube; sowohl erstere als leztere dieser Schrauben ist in das hintere Schloßblech eingelassen. Der zwischen e, f und g eingeschlossene Raum ist das sogenannte Blatt (blade) des Riegels, welches sich bis zu der durch die Linie e, f bezeichneten Schulter in der durch die punktirte Curve h, i, k angedeuteten Fuge des Actuators emporbewegt. Von l bis m reicht das in dem Blatte des Riegels befindliche Fenster. Die punktirte kreisrunde Linie bezeichnet die Rolle, um welche der Riegel mittelst des eben erwähnten Fensters hin und her bewegt wird; denn diese Rolle wird mittelst der Schraube n, die durch sie und zuerst durch eine der Platten des Actuators läuft, um dann an der anderen |55| platte befestigt zu werden, an Ort und Stelle erhalten: jedoch so, daß sie sich umdrehen kann.

Fig. 2* gibt eine Ansicht des Schlosses von Vorne, und zwar mit abgenommenem vorderem Schloßbleche; der Riegel ist hier vollkommen in das Schloßgehäuse zurükgezogen, und dessen Blatt ganz und gar bis zur Schulter in die Fuge oder in das Fenster des Actuators eingeschachtelt. Die Höhe dieser Schulter, welche zu beiden Seiten des Riegels so anzubringen ist, daß das sogenannte Blatt genau in den Mittelpunkt des Riegels zu liegen kommt, hängt von der Dike der Platten des Actuators ab, indem sie mit den Oberflächen dieser lezteren in einer und derselben Fläche zu liegen hat. Der zum Absperren dienende Theil ist an beiden Figuren frei gelassen, indem er genau eben so geformt ist, wie der bei Fig. 8 erwähnte; und indem er also keiner weiteren Beschreibung bedarf. Zu bemerken ist jedoch, daß ein und derselbe Schlüssel auf beide Seiten dieses Theiles wirkt; daß aber hiedurch in dem von dem Theile Nr. 2 hervorgebrachten Resultate kein Unterschied entsteht.

Als meine Erfindung erkläre ich: 1) die beschriebene Anordnung der Theile, welche die zusammengesezte Hebelschnalle bilden mit dem Einfalle R und mit der Schwungplatte, welche das Absperren der Thüre von beiden Seiten zugleich hindert, und welche sowohl in Verbindung mit dem zum Absperren dienenden Theile, als auch von demselben unabhängig angebracht werden kann. 2) den unzugängigen oder verborgenen Tummler nebst der Methode ihn mittelst eines oder zweier Flügel emporzuheben, wodurch die unmittelbare Berührung dieses Tummlers mit dem Schlüsselbarte oder mit irgend einem anderen durch das Schlüsselloch eingeführten Instrumente unnöthig und unmöglich wird. 3) die Vermehrung der Riegel, im Falle der zum Absperren dienende Theil mit oder ohne den zusammengesezten Hebelschnallen-Riegel an Portefeuilles, Schiebladen, Cassen etc. angebracht wird; ferner die Vergrößerung des Schlüsselbartes, die Vermehrung seiner Einschnitte nach der Zahl der in Bewegung zu sezenden Riegel, und die Anbringung einer eigenen Reihe von Tummlern, welche den unzugänglichen Tummler und die zum Emporheben desselben dienenden Flügel umgeben. Die einzelnen Tummlerreihen können nach Belieben des Schlossers entweder sämmtlich gleich oder sämmtlich verschieden seyn. 4) beschränke ich mich, was die zum Zurükziehen des Schnallenriegels in das Schloßgehäuse bestimmte Methode betrifft, nicht auf die oben und bei Fig. 35 beschriebene: sondern ich bewirke dasselbe auch nach irgend einer anderen Methode, wie z. B. durch Anwendung eines eigenen Hebels, der den Riegel in das Schloßgehäuse zurükzuziehen hat. 5) endlich will ich, daß die Bewegung |56| nach Abwärts oder gegen den Riegel der erwähnten Tummler, wenn man es für nöthig findet, durch die Anwendung einer oder mehrerer Federn sicherer gemacht werde.

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