Titel: Parkin's Eisenbahnunterlagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XVIII. (S. 88–89)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/ar063018

XVIII. Ueber die Eisenbahnunterlagen des Hrn. Thomas Parkin.

Aus dem Mechanics' Magazine, No. 645, S. 234.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die Steinblöke, auf welche die meisten gegenwärtigen Eisenbahnen gelegt sind, kommen nicht nur außerordentlich theuer zu stehen, sondern sie sind sogar Dinge, über deren wirklichen Nuzen weder Praktiker, noch Theoretiker vollkommen entschieden und einig sind. Ohne jedoch hier in eine Erörterung dieser Frage eingehen zu wollen, erlauben wir uns nur eine Erfindung zur allgemeinen Kenntniß zu bringen, durch welche die bisherigen Steinunterlagen ganz verdrängt werden sollen, und welche den Angaben des Erfinders gemäß bei gleicher Dauerhaftigkeit einen weit geringeren Kostenaufwand bedingen dürfte. Wir meinen hiemit die verbesserten Eisenbahnunterlagen, auf welche Hr. Thomas Parkin kürzlich ein Patent genommen hat.9)

Das Material, welches der Patentträger anstatt der Steinunterlagen angewendet wissen will, ist verglaste Erde; und dieses will er uicht, gleichwie es bisher geschah, in gewissen Zwischenräumen von einander anbringen, sondern die Unterlagen sollen vielmehr eine continuirliche Reihe bilden, an der die einzelnen Theile nach der in der Abbildung ersichtlichen Art und Weise in einander greifen.

Fig. 21 zeigt eine Schiene, welche auf drei an einander gränzende und in einander eingreifende Unterlagen d, d, d gelegt und auf |89| patentfilz e, e, e gebettet ist. Die eisernen Bolzen f, f, f, f, welche durch beide Enden der Schienen gehen, halten dieselben fest auf die Unterlagen nieder.

Fig. 22 zeigt das Ende einer solchen Unterlage mit der darauf gelegten Schiene g.

Fig. 23 gibt einen Durchschnitt der Schiene und der mittleren Unterlage h, h, in deren Mitte sich eine lange Schraube i befindet, die durch ein in der Unterlage befindliches Loch geht, und in ein Stük Holz a dringt, womit, wie Fig. 25 zeigt, die Aushöhlung in der Unterlage ausgefüllt ist. Die Schiene wird auf diese Weise in der Mitte fest auf die Unterlage niedergehalten. Aus diesem Durchschnitte ersieht man auch, daß an beiden Enden der Schiene ein Ausschnitt c, c angebracht ist, in welchen der Arm des aus Fig. 26 ersichtlichen Bolzens einpaßt. Dieser Bolzen hält die Schiene auf die Unterlagen nieder, gestattet jedoch zugleich auch die nöthige Ausdehnung, indem dessen Arm nicht ganz eben so lang ist, als der in der Schiene befindliche Ausschnitt, und indem auch das Ende der Schiene den Körper des Bolzens nicht ganz berührt.

Fig. 24 zeigt den Scheitel einer solchen Unterlage mit der in ihr befindlichen Furche oder Auskehlung, in der die Schiene befestigt ist. Man ersieht hieraus auch die pyramidenförmig abfallenden Seiten der Unterlage sammt den Zungen m, m, welche in die diagonale Fuge l einpassen, die, wie Fig. 21 zeigt, zu deren Aufnahme in dem Ende der zunächst angränzenden Unterlage angebracht ist.

In Fig. 25 sieht man den Boden einer Unterlage mit der Aushöhlung b; in lezterer wird ein Stük Holz befestigt, in das die aus Fig. 23 ersichtliche Schraube i eindringt, damit solcher Maßen die Schiene in der Mitte fest auf die Unterlage niedergehalten wird. Aus dieser Figur ersieht man auch die Zungen m, m mit den an beiden Enden befindlichen Auskehlungen n, n, welche den Bolzen n, n umfassen, und die Auskerbungen o, o, in denen sich der untere Arm des Bolzens in gleicher Höhe mit dem Boden der Unterlage schiebt.

Fig. 26 gibt eine Abbildung eines Bolzens, womit die Schienenenden an den Unterlagen befestigt werden.

Der Patentträger bemerkt, daß die Schienen, indem sie ihrer ganzen Länge nach aufruhen, auch aus Gußeisen verfertigt werden können, wodurch sich an den Schienen selbst eine Ersparniß von beiläufig dem dritten Theile ergeben müßte.

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Das Patent des Hrn. Parkin ist, wie wir im Polytechn. Journal Bd. LIX. S. 149 bemerkten, vom 3. Decbr. 1835 datirt; kein anderes Journal, als das Mechanics' Magazine, enthält bisher noch eine Notiz darüber; wir werden daher später noch ausführlicher auf diesen Gegenstand zurükzukommen Gelegenheit haben.

A. d. R.

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