Titel: Berry's Maschinen zur Fabrication von Nägeln, Stiften etc.
Autor: Berry, Miles
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LII. (S. 251–259)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/ar063052

LII. Verbesserungen an den Maschinen zur Fabrication von Nägeln, Stiften, Nieten, Bolzen und anderen derlei Gegenständen, worauf sich Miles Berry, Ingenieur, in Folge einer von einem Ausländer erhaltenen Mittheilung am 19. Februar 1834 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Oktober 1836, S. 20.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Die unter obigem Patente begriffenen Erfindungen betreffen den Bau und die Anordnung der arbeitenden Theile verschiedener Maschinen, womit man aus Metalldrähten oder Metallstäben Bolzen, Stifte, Nieten, Nägel, Zapfen, Schraubenstifte und andere derlei Gegenstande verfertigen kann. Man kann nämlich mir diesen Maschinen entsprechende Draht- oder Metallstüke abschneiden, und diesen |252| dann entweder heiß oder kalt den gewünschten Kopf oder überhaupt eine beliebige Form geben. Einige dieser Maschinen kommen einander in Hinsicht auf den allgemeinen Bau und die Betriebsmethode ziemlich gleich, obschon sie, was die Details der arbeitenden Theile betrifft, wesentlich von einander abweichen. Da es nun nicht möglich ist, Maschinen dieser Art zusammenzusezen, ohne daß man sich hiebei einiger Theile bedient, die nicht neu sind, und bereits früher an anderen ähnlichen Maschinen angewendet wurden, so erklärt der Patentträger im Eingange der Beschreibung, daß sich seine Ansprüche auf die allgemeine Einrichtung seiner Maschinen, und nur auf einige wenige der einzelnen Theile derselben, welche später angegeben werden sollen, beschränken.

Die Maschine, welche der Patentträger zuerst beschreibt, dient zum Formen von Bolzen, Nieten, Nägeln, Schraubenstiften und anderen derlei Gegenständen, aus Metalldrähten oder Metallstäben. Sie besteht aus einem Speisungsapparate, der den Draht in die Maschine und zwischen ein Paar Wangen bringt, damit derselbe in gehöriger Länge abgeschnitten und hierauf einem Bunzen gegenüber gebracht wird. Dieser Bunzen wird durch Schwängel und Muschelräder vorwärts bewegt, und gibt dem Ende des Drahtes, welches in den Model eingedrükt wird, jene Form, die man dem Kopfe zu geben beabsichtigt. Nachdem dieß geschehen ist, wird der Bunzen durch die Thätigkeit der Schwängel und Muschelräder wieder zurükgezogen; zugleich bewegen sich die zum Festhalten der Drähte dienenden Wangen wieder in ihre frühere Stellung zurük, um den mit seinem Kopfe versehenen Bolzen oder Nagel fallen zu lassen und um dafür ein neues Stük Draht von dem Speisungsapparate her aufzunehmen.

Fig. 35 zeigt diese Maschine im Grundrisse; Fig. 36 ist ein Aufriß derselben von der Seite; Fig. 37 ist ein senkrechter Längendurchschnitt. Fig. 38: ist ein ähnlicher Durchschnitt nach der in Fig. 35 mit A, B bezeichneten Linie; man sieht hier die Wangen und die Bunzen offen und zur Aufnahme des Drahtes, welcher in der Maschine behandelt werden soll, bereit. Fig. 39 ist ein Durchschnitt, an welchem die Wangen und Bunzen geschlossen und in jener Stellung ersichtlich sind, die sie haben, wenn ein Theil des Drahtes abgeschnitten worden ist, und gegen das Ende jenes Bunzens, der zum Formen des Kopfes dient, bewegt wird.

a, a ist das aus Holz oder Eisen bestehende Gestell der Maschine, b die in dem Gestelle laufende Hauptwelle, an der sich die zur Bewegung der verschiedenen Theile der Maschine dienenden Muschelräder oder Däumlinge befinden, und welche durch Zahnräder |253| oder ein Laufband, welches über Rigger geführt ist, von einer Dampfmaschine oder irgend einer anderen Triebkraft in Bewegung gesezt wird. c, c sind die Schwängel, welche den zum Formen des Kopfes dienenden Bunzen in Bewegung sezen; der eine derselben sieht mit dem Querhaupte d, der andere hingegen mit dem Bunzen e in Verbindung, welcher leztere sich in einer an Querstangen aufgezogenen Büchse f befindet. Die zum Festhalten der Drähte dienenden Wangen g und die zum Formen der Köpfe dienenden Model h sind in der Büchse oder in dem Gehäuse i, welches gleichfalls an einer Querstange angebracht ist, aufgezogen. k, k sind starke eiserne Stäbe oder Röhren, welche mit dem einen Ende an dem Querhaupte d, mit dem anderen hingegen an dem hinter der Büchse i befindlichen Querhaupte l festgemacht sind. Zwischen diesen beiden Querhäuptern wird beim Formen der Köpfe die nöthige Gewalt ausgeübt. Das Ende des Drahtes oder Metallstabes m, m wird zuerst zwischen die Leitungswalzen 1, 2, 3 gebracht, welche zugleich auch dazu dienen, den Draht vollkommen gerad zu machen, bevor er zwischen die Model gelangt. Von hier aus gelangt der Draht dann zwischen die Keile 4, 4, welche an den Stüken 5, 5 angebracht sind. Leztere, die sich an einem Querbalken befinden, werden mittelst Stellschrauben gegen die Keile gedrükt, und verhindern so das Zurükziehen des Drahtes, wenn die Speisungszangen zum Behufe des Einführens einer neuen Portion Draht in die Maschine zurükkehren. Die Keile drüken beim Einführen des Drahtes in die Maschine nur mit sehr geringer Reibung auf denselben; der Druk muß hingegen alsogleich stärker werden, so wie sich der Draht nach Rükwärts bewegen will. Der Draht gelangt hierauf zunächst durch den Speisungsapparat 6, 6, und hierauf durch das Querhaupt l und die Büchse i in die zum Formen der Köpfe dienenden Model h. Der Speisungsapparat besteht aus zwei Hebeln n, n, welche an den Zapfen 7, 7 angebracht sind; diese Zapfen selbst sind in den Schiebern 8, 8, die sich in den Führern 9, 9 bewegen, fixirt. Mit dem äußeren Ende der Hebel n stehen die gebogenen Schiebstangen 10, 10, die sich in den Lagern 11, 11 bewegen, in Verbindung; und an den unteren Theilen dieser Schiebstangen befinden sich die stellbaren Däumlinge 12, 12, welche durch die an der Hauptwelle b befindlichen Muschelräder 13, 13 in Bewegung gesezt werden. Diese Muschelräder kommen, so wie die Welle umläuft, mit den Däumlingen 12, 12 in Berührung, wodurch diese lezteren zurükgetrieben und zugleich die Schiebstangen 10 in Bewegung gesezt werden. Die Hebel n, n bedingen hiedurch ein Festhalten des Drahtes durch die Zangen 6; während die weitere Bewegung der Schiebstangen bewirkt, daß sich der Speisungsapparat auf den Führern |254| 9, 9 vorwärts bewegt, und daß auf diese Weise die für eine Operation erforderliche Drahtlänge in die Model gebracht wird. Die Schiebstangen 14, 14 lassen, wie man sieht, eine Adjustirung ihrer Länge zu. Wenn der Draht in die Maschine gebracht worden ist, so schließen sich die zum Formen der Köpfe dienenden Model und die zum Festhalten desselben bestimmten Wangen alsogleich, wo dann die Muschelräder 13 nicht länger mehr auf die Däumlinge 12, 12 wirken, und wo sich dann die Schiebstangen und der Speisungsapparat wieder in ihre frühere Stellung zurük bewegen können, um abermals ein Stük Draht in die Maschine einzuführen.

Dieses Zurükführen des Speisungsapparates kann mittelst der an demselben angebrachten Federn 15, 15 oder auch auf irgend andere Weise bewirkt werden. Die Stüke 8, 8 kommen bei ihrer Rükkehr mit den Enden der Keile 4, 4 in Berührung, und drüken dieselben fester gegen den Draht, so lange dieser nicht von dem Speisungsapparate festgehalten wird. So wie das Ende des Drahtes in die zum Formen der Köpfe dienenden Model gebracht ist, und um eine zur Bildung des Kopfes nöthige Streke über dieselbe hinausragt, schließen sich die zum Festhalten bestimmten Wangen alsogleich, wodurch bewirkt wird, daß die Model den Draht festhalten. Diese Bewegung wird dadurch bewirkt, daß sich die Hebel o, o, horizontal um die Zapfen 16, 16 drehen, welche in einem Querbalken der Maschine fixirt sind. Das eine Ende eines jeden dieser Hebel ist mit einem Fenster oder einer Fuge versehen, und durch diese Fenster gehen die unteren Enden der Schenkel der zum Festhalten dienenden Zangen, während die anderen Enden bei 17 durch ein Angelgewinde und durch einen Zapfen miteinander verbunden sind. Dieser Zapfen dient zugleich auch als Führer, indem er sich in dem Gehäuse i, in Fenstern oder Fugen bewegt. Die anderen Enden der Hebel o, o, bewegen sich in der Kehle oder in dem Falze der Muschelräder p, p, durch deren Bewegung sie abwechselnd nach Aus- und Einwärts bewegt werden, so daß die zum Festhalten dienenden Zangen dadurch geöffnet und geschlossen werden.

Sobald die Muschelräder p, p die Enden der Hebel O, O von einander entfernt und die Model geschlossen haben, wirkt das Muschelrad q auf die obere Seite des längeren Armes des Hebels r, der an dem Zapfen 18 aufgezogen ist, während sich das andere Ende dieses Hebels r in einem Ausschnitte der Stange s bewegt, die durch Ringe läuft, welche sich an den Enden der Schenkel der Zangen befinden. So wie das Muschelrad q umläuft, drükt es das längere Ende des Hebels r herab, wodurch das andere Ende und mit diesem die Querstange s emporsteigt. Zu gleicher Zeit steigen |255| die zum Festhalten dienenden Model in die aus Fig. 39 ersichtliche Stellung empor: d. h. sie kommen dem Ende des zum Formen des Kopfes dienenden Bunzens e gegenüber zu liegen; und zu gleicher Zeit schneidet der hintere Theil der Model den Draht in der Länge ab, welche man dem Bolzen, der Niete oder dem Nagel zu geben beabsichtigt. In dem Gehäuse i ist eine gehärtete Stahlplatte 19 fixirt, welche den Draht beim Emporsteigen der Model festhält, und welche als eine Klinge oder als ein Schneidinstrument wirkt; während die Model das Drahtstük den zum Formen des Kopfes dienenden Bunzen gegenüber bringen, wirkt das Muschelrad t auf das an den Schwängeln aufgehängte Stük u, wodurch dasselbe in eine beinahe gerade Linie emporgehoben wird, so daß der Bunzen vorwärts getrieben und das Ende des Drahtes zum Behufe der Formung des Kopfes in den Ausschnitt der Model gepreßt wird. Sobald dieß geschehen ist, hört die Einwirkung des Muschelrades t auf das Stük u auf, wo dann die Schwängel oder Hebel wieder in ihre frühere Stellung zurükfallen, oder durch Gewichte oder Federn zurükgetrieben werden können. Kaum hat die Wirkung des Bunzens auf den Draht aufgehört, so wirkt auch schon das Muschelrad v auf den Hebel w; die Folge hievon ist dann, daß das längere Ende des Hebels emporsteigt, während das kürzere Ende herabsinkt. Lezteres führt auch die Stange s, so wie die Zangen und die zum Formen der Köpfe dienenden Model mit sich; und hieraus folgt, daß die schief laufenden Fugen oder Kehlen der Muschelräder p, p die Hebel o, o niederfallen machen, und die Schenkel g, g öffnen, wie man dieß in Fig. 38 sieht. Der mit seinem Kopfe ausgestattete Stift, Bolzen etc. fällt dann herab, und hiemit beginnt die Operation wieder von Vorne, indem eine neue Portion Draht in die Model gelangt.

Damit die Model während des Formens der Köpfe dicht geschlossen erhalten werden, sind an den zum Festhalten dienenden Zangen zwei schiefe Flächen x, x angebracht, welche so wie sie emporsteigen mit den schrägen Enden der Stüke y, y in Berührung kommen. Diese Stüke y, y selbst sind mittelst Stiften oder Zapfen in dem Gehäuse i aufgehängt, und mittelst der Schrauben z, z zu stellen oder zu adjustiren. Von dem Gestelle an das Stük u ist ein Steg 20 geführt, womit dieses Stük in der gehörigen Stellung zu dem Muschelrade t erhalten wird. 21 ist ein Aufhälter für die Schwängel. 22 sind die Schlaudern oder Verkuppelungsstüke, womit die Schwängel an dem Querhaupte d und an dem Bunzen e festgehalten werden. 23, 23 sind Stellschrauben für die Unterlagen des Bunzens e, der überdieß auch noch einer Längenadjustirung theillhaftig ist. Zu bemerken ist noch, daß, um in der hier beschriebenen |256| Maschine die Köpfe von Bolzen, Nieten, Stiften, Nägeln, von verschiedener Länge bilden zu können, verschieden geformte Model und auch Drähte von verschiedener Länge in die Maschine gebracht werden müssen. Dieß geschieht durch Adjustirung der Däumlinge 12 und des Schiebers 14 an den Schiebstangen 9, 9. Endlich muß in diesem Falle auch der zum Formen des Kopfes dienende Bunzen eine Längen-Adjustirung bekommen, indem man sein kleineres Ende verlängert oder verkürzt.

Die Maschine, zu deren Beschreibung der Patentträger hierauf übergeht, ist einfacher, als die eben erläuterte, und zur Erzeugung größerer Bolzen, Nieten, Stifte und Schraubenstifte bestimmt. Da übrigens die arbeitenden Theile beinahe dieselben sind, so sind zur Bezeichnung derselben Theile auch dieselben Buchstaben benuzt, wodurch die Beschreibung erleichtert wird. An dieser Maschine ist die Hauptwelle b unter den zum Festhalten dienenden Zangen und an den zum Formen der Köpfe bestimmten Modeln angebracht; auch ist sie mit zwei Muschelrädern p, p ausgestattet, welche doppelte Fugen oder Kehlen besizen, worin sich die Schenkel der Zangen bewegen. Diese Muschelräder geben den Zangen und den Modeln alle die Bewegungen, die sie an der früheren Maschine durch die Hebel o, o, v und w und durch die Muschelräder p, p, q und v mitgetheilt erhalten. Die Schwängel c, c werden nicht durch das Stük u, sondern durch einen langen Hebel in Bewegung gesezt.

Fig. 40 gibt einen seitlichen Aufriß und Fig. 41 einen Durchschnitt, woran man die verschiedenen Theile der Maschine in den Stellungen ersieht, in denen sie sich befinden, wenn die Model Drahtstüke von erforderlicher Länge abgeschnitten und sie dem Ende des Bunzens e gegenüber gebracht haben; und wenn die Schwängel von dem Hebel emporgetrieben worden sind, so daß der Bunzen e im Begriffe ist den Kopf zu formen.Fig. 42 ist ein Querdurchschnitt der Maschine, woran die einzelnen Theile in derselben Stellung ersichtlich sind. Fig. 43 ist ein Grundriß, an welchem die zum Formen der Köpfe dienenden Theile im Durchschnitte dargestellt sind. Es ist kein Speisungsapparat mit dieser Maschine in Verbindung gebracht, indem der Draht oder der Metallstab, welcher in Stifte, Nägel etc. verarbeitet werden soll, entweder mit der Hand oder mittelst eines Apparates, der dem unter Fig. 35 beschriebenen ähnlich ist, oder auch auf irgend eine andere geeignete Weise in die Maschine gebracht werden kann. Die Schenkel g, g der zum Festhalten dienenden Zangen bewegen sich in den Fugen oder Kehlen o, o der doppelten Muschelräder p, p. In diesen Kehlen sind schiefe Flächen o*, o* angebracht, die, wie aus Fig. 42 erhellt, bei dem Umlaufen |257| der Muschelräder die Zangen und die Muschelräder abwechselnd öffnen und schließen. Außerdem befinden sich an diesen Muschelrädern p, p auch noch die excentrischen Fugen oder Kehlen q und v, Fig. 40, in denen sich die an den Enden der Schenkel g, g befindlichen Zapfen w bewegen; und so wie diese Räder umlaufen, heben und senken ihre Kehlen die Zangen und Hebel abwechselnd, u ist ein langer, an dem einen der Schwängel c angebrachter Hebel, der durch das Muschelrad t in Bewegung gesezt wird, und der durch diese Schwängel den Bunzen e vorwärts treibt, wodurch das Formen der Köpfe auf die oben beschriebene Weise bewerkstelligt wird. Wenn das Muschelrad v nicht länger mehr auf das Ende des Hebels u wirkt, so können die Schwängel wieder in ihre frühere Stellung zurük gelangen, in der sie zum abermaligen Beginnen derselben Operation bereit sind.

Die dritte der hier zu beschreibenden Maschinen ist in Hinsicht auf ihre arbeitenden Theile gleichfalls der ersteren ähnlich; allein an den Enden der Hebel, welche die Schwängel, die Wangen und die zum Formen der Köpfe dienenden Model in Bewegung sezen, befinden sich Bänder, die sie einzelnen Muschelräder oder Däumlinge umfassen. Ferner bewegen sich die zum Festhalten dienenden Zangen und Model, nachdem der Draht abgeschnitten worden ist, seitwärts, anstatt nach Aufwärts um das Drahtende dem Ende des Bunzen gegenüber zu bringen. Endlich ist auch der Speisungsapparat etwas abgeändert, obwohl man auch den früheren oder irgend einen anderen entsprechenden an dessen Stelle anbringen kann.

Fig. 44 und 45 sind Abbildungen einer Maschine, welche zur Verfertigung kleiner Nieten oder Stifte bestimmt ist, und welche mit einem Hebel versehen ist, der die zum Abschneiden des Drahtes und zum Einpressen des Drahtendes in den Model erforderlichen Bewegungen hervorbringt. Diese Maschine kann sowohl mit der Hand, als auch auf andere Weise gespeist werden. Fig. 44 ist ein Grundriß, woran man die zum Formen der Köpfe dienenden Model im Durchschnitte und nach Vollendung der Niete geöffnet sieht. Fig. 45 gibt eine ähnliche Ansicht, an der jedoch die Model geschlossen und in der Stellung abgebildet sind, die sie beim Formen des Kopfes haben. a, a ist eine Metallplatte oder ein Rahmen, an welchem die verschiedenen Theile der Maschine angebracht sind. b ist ein Hebel, der mit der Hand oder auf andere Weise in Bewegung gesezt werden kann, und dessen Stüzpunkt sich in dem Zapfen oder Stifte c befindet, d zeigt die eine Hälfte des Models, die mit Bolzen an der Platte a festgemacht ist, und was ihre Stellung in Hinsicht auf den Bunzen betrifft, mittelst der Schraube e adjustirt werden kann. f ist |258| die andere Hälfte dieses Models, die sich an der Platte a verschieben läßt, und die durch die Leitstifte g, g in gehöriger Stellung erhalten wird. h ist ein aus diesem verschiebbaren Theile des Models hervorragendes Stük, an welchem sich eine schiefe Fläche befindet. Auf leztere wirkt eine andere an dem hervorragenden Theile i des Hebels befindliche schiefe Fläche, sobald dieser Hebel nach Einwärts bewegt wird; und dadurch wird der Theil f gegen den Theil d des Models getrieben, und zugleich der Draht k, der durch ein in der Platte a befindliches Loch eingeführt wird, in der erforderlichen Länge abgeschnitten. So wie der Hebel b nach Einwärts bewegt wird, so treibt er den Bunzen l, der sich in der Leitungsbüchse m schiebt, gegen das Ende des Drahtstükes, wodurch dasselbe die für den Kopf gewünschte Form erhält. Kaum ist diese Operation vollbracht, so wird der Hebel b wieder nach Auswärts in die Stellung, die er früher einnahm, bewegt, wo dann das Stük t, wodurch die Theile h und i miteinander verbunden sind, den Theil f des Models zurükziehen und ihn öffnen wird, damit der nunmehr vollendete Stift herausgenommen und dafür ein neues Stük Draht in den Model eingetragen werden kann. Zu gleicher Zeit führt das Stük n, welches den Hebel b mit dem Bunzen l verbindet, lezteren wieder in seine frühere Stellung zurük, damit er seine Verrichtung neuerdings wieder antreten kann. An dieser Maschine ist der zum Formen des Kopfes nöthige Ausschnitt nicht in dem Model, sondern an dem Ende des Bunzen angebracht; man kann jedoch, wenn man es für besser hält, in dieser Hinsicht auch eine umgekehrte Einrichtung treffen. Aus Fig. 45 wird erhellen, daß die Theile h und i ihrer eigenthümlichen Form gemäß die Model während des Formens des Kopfes geschlossen erhalten, so daß sie nicht aufspringen können. Zu bemerken ist, daß an dieser Maschine auch ein kleiner Federdäumling anzubringen ist, welcher durch den Hebel in Bewegung gesezt werden kann, und der die vollendeten Stifte aus den Modeln austreibt, so bald diese geöffnet worden sind.

Die vierte Maschine, deren Beschreibung nunmehr folgen soll, und die zur Verfertigung von Nägeln, Zapfen und anderen derlei Dingen aus Metalldrähten oder Metallstäbchen bestimmt ist, besteht aus zwei ausgezahnten Walzen, die, während sie umlaufen, und während der Draht durch sie läuft, dem Metalle die Form geben, welche je zwei Seiten des Nagels oder Zapfens bekommen sollen. In Verbindung mit diesen Walzen sind zwei große Scheiben oder Räder angebracht, deren Umfang auf die Seiten der kleinen Walzen wirkt, und den Metalldraht zwischen denselben erhält, während er zugleich auch zum Formen der beiden anderen Seiten der Nägel oder der Zapfen dient. Fig. 46 ist ein Grundriß oder eine horizontale Ansicht |259| der Maschine; Fig. 47 ist ein seitlicher Aufriß, und Fig. 48 ein senkrechter Durchschnitt durch die Mitte der Maschine. a, a ist das metallene Gestell, in welchem sich die Anwellen oder Zapfenlager für die einzelnen Spindeln, Räder und Getriebe befinden, und welches durch Schraubenbolzen zusammengehalten wird. b, b sind die verzahnten Walzen, die man am besten aus Fig. 48 ersieht; sie sind an den Spindeln oder Wellen c, d die von irgend einer Triebkraft her in Bewegung gesezt werden, aufgezogen, e ist ein an der Welle c angebrachtes Getrieb, welches in ein anderes, an der Welle d befindliches Getrieb f eingrift. g und h sind die großen Räder oder Scheiben, deren Umfang vollkommen glatt abgedreht ist, und mit den Seiten der verzahnten Walzen b, b in Berührung umläuft. Diese Räder erhalten ihre rotirende Bewegung von den Winkelgetrieben i, k, die an den Wellen c, d festgemacht sind, und in die an den Seiten der Scheiben befestigten Winkelräder l, m eingreifen. Der Metalldraht wird zwischen den Walzen b, b und den Scheiben g, h herab geführt, und wird hiebei, indem die Walzen umlaufen, ausgepreßt, so daß er die Form der verlangten Nägel oder Zapfen bekommt. Da dergleichen Artikel bereits schon öfter mittelst verzahnter Walzen verfertigt wurden, so nimmt der Patentträger hier an dieser Maschine nur die Anwendung der großen Räder oder Scheiben in Verbindung mit den verzahnten Walzen als seine Erfindung in Anspruch. Zu bemerken ist, daß diese Scheiben wenigstens einen drei bis vier Mal größeren Durchmesser haben müssen, als die Walzen.

Der Patentträger bemerkt am Schlusse, daß verschiedene Theile der von ihm erfundenen oder verbesserten Maschinen auch zu mannigfachen anderen Zweken verwendet werden können. So lassen sich die Maschinen auch zur Verfertigung von Spannhaken und anderen derlei Artikeln, so wie zum Ausschlagen von Löchern in den Kesselplatten, zum Ausschneiden von Halsstüken oder Knopfblechen u. dergl. anwenden. Diese Anwendungsweise wird jedoch als keine neue Erfindung in Anspruch genommen.

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