Titel: Bereitung eines schwarzen Anstriches, schwarzer Schisssfirniß genannt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XV./Miszelle 11 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063001_11

Bereitung eines schwarzen Anstriches, schwarzer Schisssfirniß genannt.

Das Journal des connaissances usuelles gibt nach Hrn. Lascombe folgende Vorschrift zur Bereitung eines schwarzen Anstriches, der den gewöhnlichen schwarzen Kienrußanstrich weit übertreffen, ein glänzendes und schnell troknendes Schwarz geben, und Holz, Eisen, Tauwerk vor Zerstörung schüzen, so wie auch Zeuge wasserdicht machen soll. Die Bereitung wird in einer Destillirblase von gewöhnlicher Form, welche gegen 3600 Liter zu fassen vermag, vorgenommen. Die Quantität des Theeres, welche in diese Blase gebracht wird, füllt ungefähr ⅔ desselben. Der Theer muß jedoch vorher in einem eigenen Kessel geschmolzen werden, theils um ihn flüssig zu machen, theils um ihn von den Unreinigkeiten, |79| die an die Oberfläche emporsteigen oder zu Boden fallen, zu befreien. Man unterwirft 2400 Liter Theer einer vorläusigen Destillation, welche 12 Stunden dauert. Das erste Product derselben ist ein stark saures Wasser, welches, nachdem es 2–3 Monate auf altem Eisen gestanden, ganz geeignet wird, um dunkle Farben auf allen Wollen-, Seiden-, Baumwoll- und Leinenzeugen zu fixiren. Das zweite Product besteht aus ungefähr 500 Liter Theeröhl, welches ein Hauptelement des zu bereitenden Anstriches bildet. Das dritte, in der Blase rükständige Product endlich gibt nach dem Erkalten Schiffspech von vorzüglicher Güte. Um zur Bereitung des Anstriches selbst zu schreiten, gibt man in die Destillirblase 1600 Pfd. Theer, 800 Liter Theeröhl und 1000 Kilogr. altes rostiges Eisen, und läßt die Masse drei Tage darin. Am ersten Tage, wo die Destillation durch einen hohen Grad von Wärme sehr lebhaft betrieben wird, geht ein säuerliches Wasser und etwas Oehl über. Am zweiten Tage ersezt man das übergegangene Wasser und Oehl durch eine gleiche Quantität Theeröhl, so wie es bei der vorläufigen Operation gewonnen wurde. An diesem Tage muß das Sieden in der Blase auf einem mäßigen Grade erhalten werden, und die Hize ist bis zum Ende des dritten Tages allmählich zu vermindern. Wenn man sich endlich überzeugt hat, daß die Composition hinreichend versotten ist, und einen solchen Grad von Flüssigkeit erlangt hat, wie man ihn wünscht, so läßt man die Blase abkühlen und entleert sie hierauf in die zur Aufbewahrung des Anstriches oder Firnisses bestimmten Gefäße.

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