Titel: Ueber Hrn. M'Grew's Triebkraft zum Fortschaffen von Wagen, Booten etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XV./Miszelle 4 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063001_4

Ueber Hrn. M'Grew's Triebkraft zum Fortschaffen von Wagen, Booten etc.

Hr. Alexander M'Grew in Cincinnati im Staate Ohio nahm, wie das Franklin Journal berichtet, neuerlich ein Patent auf Anwendung von Kräften, die man bisher verloren gehen ließ, zum Behufe der Condensirung der Luft in eigenen Behältern, um diese Luft dann als Triebkraft zu benuzen. An Canälen, Flüssen, Eisenbahnen, anderen Straßen etc. geht viele Kraft verloren, diese, so wie auch den Wind, will er benuzen, indem er die unbenuzte Kraft der bereits bestehenden Räder oder Maschinerien, oder eigens zu diesem Behufe errichtete, und den verschiedenen Umständen entsprechende Maschinerien auf die gewöhnliche Weise mit Kolben einer Maschine, die die Luft condensirt und die verdichtete Luft in entsprechende Behälter treibt, in Verbindung bringt; und indem er diese verdichtete Luft durch Röhren, Ventile und andere Apparate in bestimmten Quantitäten auf den Kolben einer zum Fortschaffen bestimmten Maschinerie wirken läßt. Die Luft wird in einen großen stationären Behälter getrieben und dann aus diesem mittelst Röhren und Sperrhähnen in andere, mit dem fortzuschaffenden Fahrzeuge in Verbindung stehende Behälter geleitet. — Die Redaction des Franklin Journal bemerkt hiezu, daß man die Eisenbahnwagen bereits wiederholt mit verdichteter Luft zu treiben suchte, und daß man in England bereits auch einen wirklichen Versuch mit der Errichtung von stationären Maschinen zur Füllung der Luftbehälter machte. Es lassen sich aber mehrere, wahrscheinlich nicht zu hebende Einwürfe gegen diese sonst allerdings vortheilhafte Kraft machen; namentlich wird die Kraft, indem die Elasticität der Luft bei jedem Kolbenhube geringer wird, fortwährend abnehmen; auch ist es schwer die aus dem Luftbehälter austretende Quantität Luft so zu graduiren, daß hiedurch die Abnahme der Elasticität ausgeglichen |77| wird; und überdieß müßte, wenn der Behälter erneuert wird, in diesem ein Druk vorhanden seyn, der um einige Atmosphären stärker wäre, als der in einem Dampfkessel erforderliche, indem er sonst bald so weit exschöpft seyn würde, daß er seinem Zweke nicht länger mehr zu entsprechen im Stande ist. Die Mittel, die der Patentträger anwenden will, sind nicht überall, oft meilenweit nicht zu finden, und selbst wo sie bestehen, ist deren Benuzung zu dem fraglichen Zweke kostspielig und precär. (Mechanics' Magazine, No. 674.)

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