Titel: Ueber die Dünger-Compositionen des Hrn. Loque.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XLVI/Miszelle 11 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063003_11

Ueber die Dünger-Compositionen des Hrn. Loque.

Das Journal des connaissances usuelles, Julius 1836 S. 18 enthält einen Aufsaz über die Dünger-Compositionen des Hrn. Loque, welche in Frankreich unter dem Namen Stercorat verkauft werden. Wir entnehmen daraus Folgendes als das Wesentliche. „Das unter dem Namen Poudrette bekannte Düngpulver gewährt unstreitig außerordentlichen Nuzen und ist um so schäzenswerther, als es beinahe auf alle Arten von Kulturen anwendbar ist; allein um es gut zu bereiten sind 2 Jahre Zeit nöthig, und während dieser stoßen die dazu bestimmten festen und flüssigen Theile einen unerträglichen Gestank aus. Die mit den Urinen bereiteten Dünger beleben zwar den Boden, allein sie erschöpfen ihn |240| endlich und eignen sich im Allgemeinen nicht für die Gräser. Die Stercorate des Hrn. Loque entsprechen dagegen allen Bedingungen. Sie werden für leichten, heißen Kalkboden in 100 Theilen zusammengesezt aus: 30 Theilen Menschenkoth, 30 Urin, 2 gepülvertem Thon, 9 Pferde-, Schaf-, Ziegen- oder Kaninchen-Mist, 10 gepülverter Holzkohle, 8 Straßenkehricht, 4 Torf, 4 Knochenpulver, 3 gelöschtem Kalke. Für schweren, nassen, thonigen Boden nimmt man dagegen auf 100 Theile: Menschenkoth 30, Urin 30, Pferd-, Schaf-, Ziegen- oder Hasen-Mist 4, gepülverte Austerschalen 6, Lederschnizel möglichst fein geschnitten 2, Steinkohlenpulver 8, Abfälle der Fleischereien 6, Flußschlamm 4, Rükstand, der bei der Bereitung von Oliven-, Rübsamen- und Mohnöl bleibt 6, Rükstand der Salpetersiedereien 4, Hühnerkoth 2, Hammerschlag 6. — Eine solche Düngerfabrik erfordert 5 Bassins von 3 Meter im Durchmesser mit ausgetäfeltem Boden und ausgemauerten Wänden, worin die Mischung vorgenommen wird, 5 ausgemauerte und innen mit Thon verstrichene Gruben von 2½ Meter Tiefe, 6 Fuß Länge und 4 Fuß Breite, worin man die Gemenge gähren läßt, 5 Trokenböden, worauf die gegohrene Masse getroknet und aufbewahrt wird. — Die Vermengung in den Bassins geschieht, indem man zuerst den Menschenkoth und hierauf das aus den übrigen bereitete Gemeng einträgt, und Alles mit Rakeln gut unter einander arbeitet. Zum Gähren in den Gruben sind 14 Tage Zeit erforderlich; während dieser werden die Gruben mit Brettern und mit Erde bedekt, damit kein unangenehmer Geruch entweichen kann. Das Troknen der gegohrnen Masse erfolgt, indem man sie auf den Trokenböden in dünnen Schichten ausbreitet, selbst bei feuchter Witterung innerhalb drei Tagen. Die troken geruchlose Masse wird durch ein Wurfgitter gesiebt.“

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