Titel: Beispiel einer Verbesserung der Wasenmeister-Anstalten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XLVI/Miszelle 12 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063003_12

Beispiel einer Verbesserung der Wasenmeister-Anstalten.

Der Hermès berichtet in seiner Nr. 46 von einer in Chalons-sur-Marne erstandenen Fabrik, in welcher man die todten Thiere und namentlich die Pferde größten Theils nach den von Payen früher beschriebenen Methoden benuzt. Die Fabrik beschäftigt bereits 68 Arbeiter, welche im Durchschnitte 1 Fr. 70 Cent. Lohn beziehen. Im abgelaufenen Jahre wurden in ihr 800 Pferde, welche mit 8000 Fr. bezahlt wurden, gestochen. Die gallerthaltigen Theile werden auf Leim, das Blut und die Eingeweide auf Dünger, das Fett zu verschiedenen Zweken, das ausgekochte Fleisch zur Schweins-, und Geflügel-Fütterung, und die Knochen zu Dreherarbeiten und Knochenkohle benuzt. Die Fabrik kaufte in einem Jahre 1,400,000 Pfd. Knochen, die früher beinahe werthlos waren, zu 3 Fr. den Centner, und erzeugte daraus 900,000 Pfd. Knochenkohle, die sie zu 10 Fr. den Centner verkauft; sie liefert jährlich 7 bis 8000 Pfd. Horn zu 14 Fr. den Centner; 3000 Pfd. Klauenfett zu 1 Fr. 1500 Pfd. Fett zu 50 Cent.; und 5 bis 7000 Hectoliter Dünger zu 5 Fr. Im Ganzen genommen erhalten durch diese Fabrik allein Gegenstände, die früher beinahe werthlos waren, die man größten Theils unbenuzt ließ, und die sogar schädliche Einflüsse auf die Gesundheit gewisser Orte ausübten, einen Werth von 200,000 Fr. der einer Anzahl von 80 Personen zu gut kommt, und der Landwirthschaft sowohl, als der Industrie großen Nuzen schafft. Möchte dieses neue Beispiel bald allerwärts Nachahmer finden!

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: