Titel: Ueber die Asphaltgruben in Pyrimont
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XLVI/Miszelle 7 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063003_7

Ueber die Asphaltgruben in Pyrimont

findet man im Bulletin de la société géologique vom März l. I. eine Abhandlung, aus der im Wesentlichen Folgendes hervorgeht. In Pyrimont erhebt sich in einer Ausdehnung von 800 Meter in der Länge auf 300 Meter in der Breite mitten aus dem Sandsteine ein asphalthaltiger Kalkstein, welcher außen weißlich, innen aber von dem Asphalte, womit er durchdrungen ist, dunkelbraun gefärbt ist. Der Gehalt an Asphalt ist nicht überall gleich; im Allgemeinen enthält der Kalkstein jedoch 9 bis 10 Proc. Erdharz, während der Sandstein bis an 15 und 18 Proc. Enthält. Da sich das Erdharz sowohl in dem Kalksteine als in dem Sandsteine, der auf ersterem ruht, findet, so ist wahrscheinlich, daß das Erbharz erst später in beide eingedrungen ist; und da die unteren Schichten fast durchaus eine größere Quantität davon enthalten, als die oberen, so ist wahrscheinlich, daß das Erdharz durch einen Sublimationsproceß aus der Tiefe emporgestiegen ist, und daß es sich dann in den oberen Gesteinschichten verdichtete. — Aus dem Kalke sowohl als aus dem Sandsteine gewinnt man in Seissel einen Kitt, indem man das Erdharz mit siedendem Wasser auszieht, und indem man 7 Theile des auf diese Weise gewonnenen Erdharzes mit 90 Theilen des asphalthaltigen Kalksteines vermengt. Es geschieht dieß mittelst zweier an einer senkrechten Welle angebrachten Schaufeln, die in einer Art von Kessel umlaufen. Der auf diese Weise bereitete Kitt wird gemahlen, und dann an Ort und Stelle, wo man seiner bedarf, geschmolzen. Dessen Verbrauch hat sehr zugenommen; denn während man im Jahre 1818 nur 200,000 Kilogr. jährlich davon absezte, verkauft man dermalen jährlich über eine Million Kilogr. Die Hauptfabrik gehört dem Grafen de Sassenay. (Mémorial encyclopédique, August 1836, S. 458)

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