Titel: Ueber den Seiden- und Weinbau in Rußland.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XLVI/Miszelle 9 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063003_9

Ueber den Seiden- und Weinbau in Rußland.

Die russische Regierung macht außerordentliche Anstrengungen, um in den südlichen Provinzen dieses Reiches den Seiden- und Weinbau emporzubringen. Im Jahre 1835 wurden daselbst, abgesehen von den transcaucasischen Provinzen, 90,050 Maulbeerstämme gepflanzt, im Gouvernement von Charcow pflanzt man jährlich 15,000 Stämme, die aber nicht gut zu gedeihen scheinen; selbst in den Gouvernements von Minsk, Pultawa und Mohilew wurden Versuche angestellt.— Man zählt bereits 13,302 Deciatinen Weingärten, welche 62,369 Pud Weinbeeren, 1,011,209 Vedros Wein und 82,600 Vedros Branntwein abwarfen. An der Südwestküste der Krimm allein wurden im Jahre 1835 gegen 835,000 Rebstöke gepflanzt, und im Ganzen mögen die in diesem Jahre daselbst gemachten Pflanzungen gegen 1,454,000 Weinstöke enthalten. Die Versuche, die man über die dem dortigen Klima entsprechendsten Rehsorten anstellte wurden so sehr vervielfältigt, daß man in den kaiserlichen Gärten auf der Krimm nicht weniger als 600 verschiedene Rebsorten aus allen Gegenden zählt! — In einigen an der Küste des caspischen Meeres gelegenen Theilen des Lenkoran baut man seit längerer Zeit Zukerrohr, dessen Wurzeln man jedoch im Winter auszuheben und zu schüzen gezwungen ist. Im Allgemeinen verspricht man sich daher von dem Runkelrübenbau und der Benuzung dieser Wurzel auf Zuker weit größere Vortheile. Endlich sing man auch an den sogenannten chinesischen Indigo (Polygonum tinctorium) zu bauen, und schon die ersten Resultate sollen der Art seyn, daß sie Günstiges versprechen. (Hermés, No. 29)

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