Titel: Ueber Hrn. W. Hancock's Dampfwagen: Automaton.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXIV./Miszelle 1 (S. 310)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063004_1

Ueber Hrn. W. Hancock's Dampfwagen: Automaton.

Hr. Walter Hancock, der unter allen den englischen Dampfwagen-Projectanten der einzige ist, welcher mit seinen Maschinen beinahe unausgesezt auf den englischen Landstraßen zu erbliken war, gibt im Mechanics' Magazine, No. 685 einen Bericht über die Leistungen seines neuesten Wagens. Dieses Fuhrwerk, dem er den Namen Automaton beilegte, ist größer als die früher von demselben Mechaniker erbauten; denn seine Maschine führt 12zöllige Cylinder, während die Cylinder der früheren nur 9 Zoll im Durchmesser hatten. Es faßt 22 Passagiere, ja sogar 30, und vermag überdieß auch noch einen Omnibus mit 18 Personen ins Schlepptau zu nehmen, ohne daß dadurch seine Geschwindigkeit, die gewöhnlich 12 bis 15 engl. Meilen per Zeitstunde beträgt, wesentlich beeinträchtigt würde. Dieß ist jedoch nicht die möglich größte Geschwindigkeit, indem der Wagen eines Tages, mit 20 erwachsenen Personen beladen, 21 engl. Meilen in der Zeitstunde zurüklegte. Der Automaton fährt nun 20 Wochen lang in den Straßen Londons und seiner Vorstädte; er legte in dieser Zeit 4200 engl. Meilen zurük und brachte 12,761 Personen an Ort und Stelle. Unglüksfälle kamen innerhalb dieser Zeit nur höchst wenige vor; und unter diesen beschränkte sich der ernstlichste darauf, daß der Dampfwagen in einer der Straßen an einen Lastkarren gerieth und diesen mit der Gabeldeichsel in einen Kaufladen ronnte. — Hr. Hancock zählt bei dieser Gelegenheit auch die Unfälle auf, die seinen übrigen Dampfwagen, nämlich der Enterprise, dem Erin und dem Infant begegneten, und die beinahe sämmtlich durch schlechtes Straßenpflaster bedingt waren. Ihre Anzahl ist dessen ungeachtet sehr gering; denn nur zwei Mal brach eine Kettenrolle an der Achse; ein Mal ging eines der hinteren Räder ab, und ein Mal brach die Steuerungskette. Der Eigenthümer versichert, daß bei der lezten vorgenommenen Untersuchung sämmtliche Maschinen in besserem Zustande befunden wurden, als bei früheren Fahrten; und daß die Kessel weniger Schaden gelitten halten, als man hätte erwarten sollen. Der Verbrauch an Kohlen soll einen Chaldron auf 76 engl. Meilen betragen haben, wonach er sich auf 2½ D. per Meile berechnet. Hr. Hancock glaubt jedoch, daß dieser Verbrauch bei längeren Fahrten und durch Anwendung des von ihm erfundenen beweglichen Feuerheerdes um Vieles vermindert werden könnte; denn bei den kurzen Fahrten geht durch das Anzünden und Ausgehenlassen des Feuers gar viel verloren.

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