Titel: Ueber die Bereitung des Kartoffelzukers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXIV./Miszelle 16 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063004_16

Ueber die Bereitung des Kartoffelzukers.

Hr. Mollerat in Pouilly-les-Seurre betreibt die Fabrication von Zuker aus Kartoffelstärkmehl im Großen, und es wäre, wie das Mémorial encyclopédique, Oktober 1836, S. 604 meint, sehr zu wünschen, daß man das von ihm befolgte Verfahren weiter vervollkommnete. Man behandelt in seiner Anstalt das Kartoffelsazmehl bei einer Temperatur von 75° N. (welche man mittelst eines Dampfkessels von niederem Druke zu erzeugen im Stande ist) mit Schwefelsäure und läßt die Flüssigkeit mittelst eines Hahnes in einen Behälter fließen, in welchem man sie mit kohlensaurem Kalke behandelt, der sich mit der Schwefelsäure zu Gyps verbindet. Die abfiltrirte und gut ausgesüßte Flüssigkeit wird hierauf in eine Tonne gefüllt, die mittelst eines Hebers oder Hahnes mit den Abdampfkesseln communicirt. Diese Kessel, deren 4 an der Zahl sind, sind in einer schiefen Ebene angebracht, damit die Flüssigkeit aus dem einen in den anderen gelangen kann. Ihre Gestalt ist vierekig bei 5 bis 6 Fuß Länge auf 2 bis 2½ Fuß Breite und 2 Zoll Tiefe. Jeder derselben besteht aus zwei über einander befindlichen Behältern, von denen der eine Dampf von 40° R. aufnimmt und aus Kupfer besteht, während der andere aus ausgewalztem Eisenbleche verfertigt ist. Der obere Theil eines jeden Kessels enthält kantenförmige Vorsprünge, melche so angebracht sind, daß der ablaufende Syrup eine Spirale beschreiben muß. Wenn die Flüssigkeit durch den vierken Kessel gelaufen ist, so läßt man sie in Gefäße aus Eisenblech fließen, in denen sie erstarrt. Der erstarrte Syrup geht dann unter den Arbeitern als Kartoffelzuter, während er sonst und auch von den Chemikern Traubenzuker genannt wird. Er krystallisirt nicht, und wird das Kilogramm zu 1 Fr. verkauft.

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