Titel: Zur Geschichte der Dampfboote.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXIV./Miszelle 4 (S. 312–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063004_4

Zur Geschichte der Dampfboote.

Die ohnehin bereits etwas verworrene Geschichte der Erfindung der Dampfboote ist durch das Aufführen eines neuen amerikanischen Prätendenten noch verwikelter geworden. In einem Blatte des New York Evening Star ist nämlich |313| folgender Artikel zu finden. „Ein in der Philadelphia United States Gazette auftretender Schriftsteller behauptet, daß Rumsey aus Virginien der erste gewesen ist, der in Amerika ein Boot mittelst Dampf in Bewegung sezte. Dieser Mann, der viele Jahre vor Fulton lebte, und für einen Enthusiasten galt, baute mit Beihülfe eines Schmiedes von Shepherdstown ein Fahrzeug, welches den Po. tomac mit einer Geschwindigkeit von einer halben engl. Meile in der Zeitstundhinan fuhr. Die Regierung von Virginien ertheilte ihm angeblich einige Privie legien, von denen er jedoch bei seiner Armuth keinen Gebrauch machen konnte-Er ging deßhalb nach England, wo er zwar Unterstüzung fand, allein schnell starb, mit Hinterlassung einer in Elend lebenden Familie. Er theilte also gleichfalls das traurige Loos so vieler derjenigen, die die Welt durch ihr Talent bereicherten. Was jedoch die Priorität der Erfindung betrifft, so ist außer Zweifel hergestellt, daß der erste Versuch, welcher in Amerika angestellt wurde und zu einem einiger Maßen günstigen Resultate führte, einem am Delaware wohnenden Hrn. Fitch zugeschrieben werden muß. Die zur damaligen Zeit erschienenen Journale enthielten nicht nur einen Bericht über diesen Versuch, sondern auch eine Abbildung des dabei angewendeten Fahrzeuges. uebrigens darf nicht vergessen werden, daß Lieutenant Slideli in seinem trefflichen Werke über Spanien sagt, daß er in den Archiven von Barcellona Documente fand, die beweisen, daß die Dampfschifffahrt schon einige Jahrhunderte früher im Hafen von Barcellona mit Erfolg versucht worden war. Dem indolenten und üppigen Spanier, und weder dem aufgeklärten Engländer, noch dem Franzosen gehört demnach diese unsterbliche Erfindung an.“ (Mechanics' Magazine, No. 691.)

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