Titel: Ueber die Wirkungen, die sich beim Versenken von Flaschen in die See beurkunden,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXIV./Miszelle 8 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063004_8

Ueber die Wirkungen, die sich beim Versenken von Flaschen in die See beurkunden,

findet man in Campbell's zweiter Reise nach Süd-Afrika folgende interessante Notiz. „Ich hatte auf meiner ersten Reise nach Süd-Afrika einige Flaschen Wein, die gehörig verkorkt und mit Harz versiegelt waren, 50 Faden tief in die See versenkt, und dabei gefunden, daß Wasser in dieselben eingedrungen war. Man wollte behaupten, daß dieses Eindringen durch die Poren des Glases Statt gefunden habe; und einige meinten sogar, daß man auf diese Weise vielleicht das Meerwasser seiner salzigen Bestandtheile entledigen könnte. Um diesen fraglichen Punkt ins Reine zu bringen, versah mich einer meiner Freunde mit zwei kugelförmigen Flaschen aus Krystallglas, welche luftdicht verschlossen worden waren. Ich versenkte diese westlich von dem Vorgebirge der grünen Inseln 200 Faden tief mittelst zweier Bleie, von denen das eine 22 und das andere 28 Pfd. wog. Beide Flaschen zeigten sich, nachdem sie heraufgezogen worden waren (wozu 10 Menschen eine Viertelstunde lang brauchten), vollkommen leer; dagegen fand sich eine gut verkorkte und verpichte Weinflasche, welche zugleich mit versenkt wurde, mit Meerwasser gefüllt, wobei der Kork umgekehrt im Halse stekte, so daß das mit dem rothen Siegellake versehene Ende nach Unten gerichtet war. An einer anderen Weinflasche war das Siegellak rings herum an der Mündung hängen geblieben; |316| der Kork hingegen schwamm in dem Wasser, womit sie erfüllt war. An zwei anderen Weinflaschen, die ebenfalls versenkt worden waren, fanden wir den Kork und die Siegel unverändert, obwohl auch diese Flaschen mit Wasser gefüllt aus der Tiefe kamen. Zu bemerken ist, daß das Wasser in lezteren Fällen nicht weniger salzig schmekte, als in ersteren.“ (Mechanics' Magazine, No. 696.)

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