Titel: Ueber die Venuzung des Rükstandes der ausgelaugten Soda.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXXIX./Miszelle 14 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063005_14

Ueber die Venuzung des Rükstandes der ausgelaugten Soda.

Wenn die Soda aller ihrer in Wasser auflöslichen Theile entledigt worden ist, so bleibt in den Bottichen ein schiefergrauer Nükstand, welcher aus Kohle, Kieselerde, Kalk, Bittererde, Eisen, Gyps und beiläufig 15 Proc. Schwefel besteht. Der hohe Arbeitslohn und der niedrige Preis dieser in dem Rükstande enthaltenen Substanzen hielt die Fabrikanten bisher ab, ihn zum Behufe der Gewinnung des Schwefels zu zersezen. Dagegen hat Hr. d'Arcet eine sehr vortheilhafte Benuzung desselben ausfindig gemacht: d, h, er will ihn als Cement anwenden, |400| indem er beim Troknen sehr hart und zäh wird. Ein Hofraum, der zur Hälfte mit diesem Rükstande und zur Hälfte mit dem gewöhnlichen Kitte der Pflasterer gepflastert worden war, zeigte an der ersten dieser beiden Hälften eine weit größere Dauerhaftigkeit und Festigkeit, denn er gab auch unter den schwersten Lasten nicht nach, während das gewöhnliche Pflaster darunter aus einander ging. Sehr vortheilhaft läßt sich der Rükstand ferner zur Herstellung der Gartenwege verwenden, indem er mit einer sehr geringen Menge Sandes vermengt und festgestampft eine sehr harte Schichte bildet, welche durch den Regen nicht erweicht wird, in der Hize keine Risse bekommt, und überdieß auch noch die schäzbare Eigenschaft besizr, daß keine Unkräuter darauf fortkommen. Diese leztere Eigenschaft kann nur dann schädlich werden, wenn man der Schichte eine solche Dike oder Tiefe gibt, daß die Wurzeln der benachbarten Bäume damit in Berührung kommen; in diesem Falle würden die Bäume nämlich beinahe unfehlbar absterben. Eine sehr passende Anwendung dürften diese bisher unbenuzten Rükstände endlich wahrscheinlich auch noch bei der Herstellung der Harzpflasterung finden, die man neuerlich auf den Boulevards in Paris einführte. (Journal des connaissances usuelles. December 1836.)

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