Titel: 1. Preis von 2000 Fr. für eine genaue Beschreibung der Bereitung des Ultramarins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXXIX./Miszelle 2 (S. 393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063005_2

1. Preis von 2000 Fr. für eine genaue Beschreibung der Bereitung des Ultramarins.

Die Bereitung des künstlichen Ultramarins ward in Frankreich auf den von der Gesellschaft ergangenen Aufruf erfunden; der Erfinder verdiente und erhielt auch den ausgeschriebenen Preis. Unser berühmte Vauquelin war der einzige Zeuge, der bei den Operationen des Concurrenten zugegen war; und da die Gesellschaft damals versäumt hatte zu verlangen, daß das mit dem Preise gekrönte Verfahren unter Siegel in einer vollkommenen Beschreibung deponirt werde (eine Vorsichtsmaßregel, die sie seit jener Zeit befolgt): so wurde das Geheimniß für uns mit Hrn. Vauquelin zu Grabe getragen.

Es fehlt der Gesellschaft demnach an einer Garantie, daß diese schöne Erfindung nicht ganz verloren gehe, wenn der Erfinder selbst allenfalls aufhören sollte, sie auszuberten. Da übrigens bekannt ist, daß mehrere Chemiker in Hinsicht auf denselben Gegenstand zu sehr schönen Resultaten gelangten, obschon es ihnen, so viel die Gesellschaft weiß, nicht gelang, ihr Verfahren fabrikmäßig zu bewerkstelligen; so ist es wahrscheinlich, daß uns ein neuer Concurs im allgemeinen Interesse mit einem für die Industrie und die schönen Künste so nüzlichen Verfahren bekannt machen dürfte. Ja es ist sogar möglich, daß wir auf diese Weise zu Verbesserungen gelangen, wenigstens was die Ersparniß an Kosten betrifft.

Aus diesen Gründen sieht sich die Gesellschaft veranlaßt einen Preis von 2000 Fr. für denjenigen auszusezen, der eine genaue Beschreibung eines fabrikmäßigen Verfahrens gibt, nach welchem man auf wohlfeile Weise ein künstliches Ultramarin erzeugen kann, welches eben so schön ist, wie jenes des Hrn. Guimet, und welches, wenn es zu den gegenwärtigen Preisen in den Handel gebracht wird, einen Gewinn von wenigstens 10 Proc. abwirft.

Die Muster müssen vor dem 1. Julius 1837 dem Secretariate der Gesellschaft in verschlossenen Flaschchen eingesendet werden. Die Concurrenten können sich das Geheimniß ihres Verfahrens für 10 Jahre vorbehalten, in diesem Falle müssen sie es jedoch einem Abgeordneten der Gesellschaft mittheilen, der dann die von dem Concurrenten gegebene Beschreibung, nach sorgfältiger Verificirung derselben versiegelt deponiren wird. Das Siegel wird erst 10 Jahre nach erfolgter Deposition erbrochen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: