Titel: 3. Preise auf Verbesserungen in der Holzkohlenbrennerei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. LXXIX./Miszelle 4 (S. 394–395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063005_4

3. Preise auf Verbesserungen in der Holzkohlenbrennerei.

Das an der Luft getroknete Holz, welches gewöhnlich von den Kohlenbrennern angewendet wird, enthalt 0,25 hygrometrisches Wasser und 0,38 Kohle. Nach dem an den Hüttenwerken gewöhnlich üblichen Verfahren gewinnt man jedoch aus 100 Theilen Holz selten mehr als 16 bis 18 Theile Kohle; es findet also ein Verlust von 0,5 an Kohle Statt, der von der Entwikelung von Gasen, die Kohlenstoff mit als einen Bestandtheil enthalten, herrührt.

Man findet im Dictionnaire de l'industrie und im Dictionnaire technologique höchst nüzliche Nachweisungen über den sogenannten absteigenden Verkohlungsproceß (carbonisatio per descensum), bei welchem die Operationen regelmäßiger von Statten gehen, und bei welchem der Verlust bedeutend vermindert wird.

Mehrere Abhandlungen und Arbeiten, die im Großen unternommen wurden, und welche wir den HH. Dufournel, Houzeau-Muiron, Thomas und Laurent, Virlet und anderen verdanken, beweisen die Möglichkeit, daß sich beim Hohofenbetriebe unvollkommen verkohltes oder selbst solches Holz anwenden läßt, welches so scharf getroknet worden ist, daß es eine bräunlichfahle Farbe bekam, und welches man in Frankreich Charbon roux oder auch fumerons (Brände) zu nennen pflegt.

Es scheint allerdings, daß die Anwendung der Kohle in diesem Zustande am meisten Vortheile gewährt, allein welches ist das wohlfeilste Verfahren, sich solche braun-rothe Kohle zu verschaffen? Dieß ist bis jezt noch nicht hergestellt, obschon bereits mehrere Versuche im Großen hierüber angestellt worden sind. Die Gesellschaft beschloß daher in der Absicht dieß aufzuklären, folgende im Jahre 1839 zu ertheilende Preise, auszuschreiben:

1. Preis von 3000 Franken für jenen, der das wohlfeilste und in allen mit Holz arbeitenden Hüttenwerken und sonstigen Fabriken zu obigem Zweke anwendbare Verfahren beschreibt, und wonach sich der größte oder wenigstens ein eben so |395| großer Nuzeffect des Holzes erzielen läßt, wie er sich ergeben würde, wenn man aus 100 Kilogrammen lufttrokenen Holzes 30 Kilogramme gewöhnliche Kohle gewänne.

2. Preis von 1500 Fr. für jenen, der dasselbe gleichfalls auf die wohlfeilste Weise, aber nach einem Verfahren erreicht, welches sich nur für bestimmte Localverhältnisse eignet, wie z. B. für den Fall, daß das Holz ohne große Kosten an den Fuß der Hohöfen geschafft werden kann.

3. Goldene Medaille für denjenigen, der zuerst in Frankreich die braunrothe Kohle beim Hohofenbetriebe unter Ersparnissen in Anwendung bringt.

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