Titel: Aimè's Methode Gase in flüssigen Zustand zu verwandeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XC./Miszelle 11 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063006_11

Aimè's Methode Gase in flüssigen Zustand zu verwandeln.

Hr. George Aimè berichtete der Akademie der Wissenschaften in Paris am 10. Oktober über die Versuche, welche er unternahm, um verschiedene Gase in |465| flüssigen Zustand zu verwandeln. Nach den Angaben des Mémorial encyclopédique bestand der Apparat, dessen er sich hiebei bediente, aus einer sehr starken Glasröhre, welche vier parallele Arme hatte oder drei Mal parallel abgebogen war. In den beiden ersteren dieser Arme erzeugte er Wasserstoff, durch dessen Druk das in die anderen Arme gebrachte und durch eine Queksilbersäule von dem Wasserstoffgase getrennte Gas verflüssigt werden sollte. Um das Gas einzuleiten brachte er im Inneren der Röhre vor dem Abbiegen derselben eine Scheidewand aus Wachs an, worauf er die Röhre in die angegebene Form bog, so zwar daß diese Scheidewand in die Nähe der mittleren Biegung kam. Hierauf füllte er den einen Theil mit Queksilber und mit dem zu comprimirenden Gase, worauf dann jenes Ende der Röhre, an welchem dieselben an einander gränzten, vor der Lampe zugeschmolzen ward. Dann wurden in die übrigen Theile der Röhre einzeln Zink und verdünnte Schwefelsäure gebracht, so daß sich jeder dieser Stoffe in einem eigenen Arme befand; und endlich ward die Röhre auch hier vor der Lampe zugeschmolzen. Wenn nun der Zink durch Umkehren des Apparates mit der Flüssigkeit in Berührung gebracht und zugleich auch die Scheidewand aus Wachs geschmolzen wurde, so ward also gleich Wasserstoffgas entbunden, welches das Queksilber und mithin auch das zu comprimirende Gas gegen das Ende der Röhre, die vorher in eine ziemlich feine Spize ausgezogen worden seyn mußte, zurüktrieb. Ist der hiedurch ausgeübte Druk kräftig genug und die Röhre im Stande denselben auszuhalten, so erscheint das Gas in Gestalt eines kleinen Tropfens an dem Ende der Spize. Auf dieselbe Weise kann man nach Hrn. Aimé auch die Kohlensäure anstatt des Wasserstoffgases zur Verdichtung anwenden. Hr. Faraday bediente sich bereits eines ähnlichen Verfahrens; doch wendete er als Compressionsmittel dasselbe Gas an, wie das, welches comprimirt werden sollte. Man brauchte hiebei die Röhre nur zwei Mal abzubiegen, und konnte auch eine größere Menge Gas in flüssigen Zustand verwandeln, indem dasselbe an dem einen Ende in dem Maaße erzeugt ward, als es sich an dem anderen Ende verdichtete. Zur Verdichtung solcher Gase jedoch, welche schwer zu erzeugen sind, verdient das von Hrn. Aimé angegebene Verfahren den Vorzug. Zu bemerken ist übrigens, daß wenn man Sauerstoff, Wasserstoff oder Stikstoff zu verdichten versuchen will, zur Abkühlung jenes Röhrenendes, in welchem das Gas verdichtet wird, am besten jenes Gemenge aus Alkohol und fester Kohlensäure dient, welches Thilorier anwendete, um große Massen Queksilber zum Gefrieren zu bringen. Ueber dieses Verfahren des Hrn. Thilorier verweisen wir übrigens auf das Polytechnische Journal Bd. LXII. S. 226.

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