Titel: Ueber die Benuzung des Traubenzukers in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XC./Miszelle 14 (S. 466–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063006_14
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Ueber die Benuzung des Traubenzukers in Frankreich.

Der sogenannte Traubensyrup wird, obwohl er anderem guten Syrupe weit nachsteht, wegen des wohlfeilen Preises, für den er geliefert werden kann, zu mannigfachen Zweken benüzt, namentlich aber zu der Fabrication verschiedener Zukerbäkerarbeiten, zur Verstärkung mancher geistiger Getränke und zur Zubereitung eingemachter Früchte. Weit wichtiger dürfte aber dessen Verwendung zur Bereitung schäumender oder gashaltiger Getränke werden, deren Verbrauch selbst in den eigentlich weinbauenden Theilen Frankreichs so außerordentlich zugenommen hat, daß man bereits schäumende Limonaden, verschiedene neue Arten von Cider, und verschiedene andere Getränke dieser Art erfand. So bereitet man in einigen Gegenden des mittägigen Frankreichs anstatt des weißen Bieres oder des bisher üblichen flandrischen Ale einen starken schleimigen Gerstenabsud, dem man eine gehörige Menge Hopfen, und nach dem Erkalten die Hälfte oder etwas darüber sehr klaren und milden Traubenmost zusezt, um ihn hierauf in Fässer zu füllen, und nach vollendeter Gährung in Flaschen abzuziehen. Das auf diese Weise bereitete Getränk, welches gleichsam zwischen Champagner und gewöhnlichem Biere in der Mitte steht, läßt sich zwei volle Jahre lang aufbewahren. Zu den größten Traubenzukerfabrikanten in Frankreich gehören die HH. Privat von Mèze im Languedoc, welche jährlich bedeutende Quantitäten des auf 36 bis 37 Aräometergrade eingedikten Syrupes zu 30 Fr. den Centner in den Handel bringen. Die HH. Bournissac, Fabrikanten in Noves, schreiben die Vervollkommnung der Traubensyrupe hauptsächlich der Anwendung der schwefeligen Säure zu, welche die Gährung des Mostes verhindert, deren Färbung an der Luft und auch deren Caramelisation verhütet. Sie glauben daher, daß wenn sich die schwefelige Säure auf die Behandlung des Runkelrübensaftes eben so gut anwenden ließe, wie auf jene, des Traubenmostes, hierdurch die Rübenzukerfabrication sehr vereinfacht werden könnte. Mehr hierüber findet man in den Annales provencales d'agriculture, Oktober 1836.

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