Titel: Statistische Notizen über die Dampfschifffahrt in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XC./Miszelle 8 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063006_8

Statistische Notizen über die Dampfschifffahrt in Frankreich.

Frankreich zählt gegenwärtig 82 Dampfboote, welche wegen der Eigenthümlichkeiten seiner schiffbaren Flüsse größten Theils klein genannt werden müssen. 42 derselben dienen zum Transporte von Reisenden, 19 zum Transporte von Waaren, und 2l als Zugboote. Die Gesammtkraft ihrer Maschinen berechnet sich auf 2863 Pferdekräfte, wonach im mittleren Durchschnitte auf jedes Boot 35 Pferdekräste kommen. Ihre Tonnenzahl, die in den officiellen Registern jedoch nicht sehr genau angegeben ist, soll nicht über 15,000 Tonnen betragen. Was ist dieß im Vergleiche mit den Vereinigten Staaten, auf deren Flüssen, Seen und Baien sich 386 Dampfboote mit 96,000 Tonnen Ladung bewegen? Die königl. französische Marine besizt 18 Dampfboote, von denen 11 zu 160 und 7 zu 150 Pferdekräften und darunter, 6 sind außerdem im Baue und 3 dienen zum Bugsiren. Die englische Marine besizt deren 25, und den Posten steht eine eben so große Anzahl zu Gebot. Wenn die französischen Postdampfboote auf dem Mittelmeere ein Mal in voller Thätigkeit seyn werden, so dürfte sich deren Zahl bis auf 52 steigern. Man rechnet, daß jedes der französischen Dampfboote auf dem Mittelmeere täglich 18 Tonnen Kohle verbrennt. Mit dem Vorrathe für 10 Tage beträgt ihre Ladung 180 Tonnen; da nun ihr Geripp 400 und die Maschine 160 Tonnen wiegt, und da das Gewicht des Wassers, welches sie aus der Stelle treiben, 789 Tonnen beträgt, so bleiben mithin nur 49 Tonnen für das Gewicht der Reisenden, der Bemannung und des Proviantes. Hierauf beruht eine der Hauptschwierigkeiten der Vollführung weiterer Fahrten mit Dampfbooten; in England sucht man derselben dermalen abzuhelfen, und man ist des Gelingens so gewiß, daß man in Liverpool auf ein Mal 12 Dampfboote baut, welche zur Ueberfahrt über den atlantischen Ocean bestimmt sind. Diese Boote sollen 64 |464| Meter 60 Centim. Länge, 9 Met. 35 Cent. Breite und in der Mitte 6 Meter 10 Cent. Tiefe bekommen. Sie werden gegen 2000 Tonnen Wasser aus der Stelle treiben, so daß nach Abzug des Gewichtes des Rumpfes 1300 Tonnen wirkliche Ladung bleiben. Die Kraft wird auf 400 Pferdekräfte berechnet und von je zwei Maschinen erzeugt. Man mag sich eine Idee von diesen Dampfbooten machen, wenn man bedenkt, daß die schönsten Handelsschiffe selten über 6 bis 700 Tonnen zählen. (Hermès 1836, No. 41)

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