Titel: Beiträge zur Handelsstatistik Englands.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 63, Nr. XC./Miszelle 9 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj063/mi063006_9

Beiträge zur Handelsstatistik Englands.

Der Recueil industriel gibt in einem Aufsaze, in welchem er bemüht ist der Industriewelt seines Vaterlandes zu zeigen, wie weit der französische Handel noch gegen jenen Englands zurük ist, folgende Zusammenstellung der Schifffahrt Englands im Jahre 1835, in welcher jedoch der Binnenverkehr nicht mit begriffen ist. „Im Jahre 1835 sind in den zu Großbritannien gehörigen Häfen 16,531 Schiffe eingelaufen, welche zusammen eine Last von 2,952,854 Tonnen führten. Von diesen Schiffen waren 11,740 englische, 769 französische, die zusammen nur 32,058 Tonnen führten, und 546 nordamerikanische mit 238,242 Tonnen. Hienach führen also die Vereinigten Staaten auf einer geringeren Anzahl von Schiffen eine 7 bis 8 Mal größere Masse von Waaren nach England, als von ganz Frankreich aus dahin gelangen! — Ausgelaufen sind in demselben Jahre aus den Häfen Großbritanniens 14,093 Fahrzeuge mit 2,370,000 Tonnen; unter diesen befanden sich 10,158 englische mit 1,744,094 Tonnen; 547 nordamerikanische mit 237,074 Tonnen und 695 französische mit 46,660 Tonnen. Die stärkste Ausfuhr nach den Amerikanern machten die Dänen und Preußen. — Die Zunahme des englischen Handels ergibt sich daraus, daß im Jahre 1834 die Einfuhrzölle 523,760,000 Franken, im Jahre 1835 hingegen 574,101,925 Franken, also um 50,341,925 Fr. mehr betrugen. — Die Seidenwaaren-Fabrication ist in England in so raschem Steigen, daß im Jahre 1835 für 8 Mill. Fr. mehr davon ausgeführt wurden, als im nächst vorhergehenden Jahre. Man zählte im Jahre 1835 schon 1700 mechanische Seidenwebstühle, wovon 306 auf Manchester kommen. Zwei Weiber fabriciren gegenwärtig mit Hülfe des Dampfes eben so viel Seidenzeug als früher 6 männliche Arbeiter in gleicher Zeit zu liefern im Stande waren. Die hieraus erwachsende große Ersparniß an Arbeitslohn wird den französischen Fabricaten, besonders was die glatten Seidenzeuge betrifft, auf den fremden Märkten bald höchst nachtheilig werden, wenn Frankreichs Fabrikanten sich nicht in Kürze die verbesserten Productionsmittel der Engländer eigen zu machen suchen.“

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