Titel: Dixon's Apparat zur Verhütung der Explosionen der Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 1 (S. 70)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_1

Dixon's Apparat zur Verhütung der Explosionen der Dampfkessel.

Das Journal de la Haye berichtet über einen von Hrn. Dixon erfundenen Apparat, der angeblich alle Explosionen der Dampfmaschinen unmöglich machen soll. Das Wesentliche der Erfindung beruht darauf, daß außer dem gewöhnlichen Sicherheitsventile auch noch ein kleiner Cylinder von 6 Zoll Höhe und 2 Zoll im Lichten an den Dampfkesseln angebracht werden soll. Die innere Oberfläche dieses Cylinders muß genau gebohrt und gut polirt seyn, damit sich ein gehörig abjustirter Kolben mit Leichtigkeit darin bewegen kann. An diesem Kolben wird eine parallel gedrehte Eisenstange von solcher Länge angebracht, daß sie durch einen Steg reicht, der an dem Kessel oder auch an dem Cylinder selbst befestigt ist, und dessen Aufgabe darin besteht, den Kolben in senkrechter Stellung zu erhalten. An dieser über den Steg hinaus reichenden Stange werden Scheiben aus Gußeisen gefaßt, deren Druk je nach dem Druke des Dampfes berechnet seyn muß. In die Seitenwand des Cylinders wird eine Oeffnung von einem Zoll im Durchmesser geschnitten, und von dieser Oeffnung führt längs des Mauerwerkes bis zu dem unteren Theile des Ofens eine Röhre herab: jedoch so, daß die Handhabung der Ofenthürchen dadurch nicht beeinträchtigt wird. Damit das Ende dieser Röhre eine größere Metalloberfläche darbiete, ist sie mit einem Ringe ausgestattet, gegen den sich luftdicht ein Ventil anlegt, welches das Ende eines Hebels bildet; während das andere Ende dieses Hebels mit einem Abfalle correspondirt, der mit dem Roste des Ofens in Communication steht. Die gußeisernen Roststangen sind in einen Rahmen eingesezt, der excentrisch an eine schmiedeiserne Welle gebolzt und so eingerichtet ist, daß er sich frei in Eisenstüken bewegen kann, welche an den beiden Wänden des Aschenloches befestigt sind. Sobald der Dampf einen stärkeren als den gewünschten Druk erlangt hat, wird der Kolben emporgehoben, wo dann der Dampf, indem er durch die Röhre entweicht und das Hebelventil ins Spiel sezt, den Abfall aushakt. Hiedurch kommt der Rost zum Schaukeln, und die Folge davon ist, daß das auf ihm befindliche Brennmaterial in das Aschenloch geworfen wird, und daß folglich jene Ursache, die den Kessel einige Augenblike später vielleicht zum Bersten gebracht hätte, neutralisirt wird. Um die Wärme schnell abzuleiten, bringt Hr. Dixon noch drei andere Röhren an der Seitenwand des Cylinders an; es ist also für 4 Entladungsröhren gesorgt, von denen die eine den Rost zum Schaukeln bringt, während die andere durch eine eigenthümliche Vorrichtung den Aufseher oder dessen Diener von dem, was vorging, in Kenntniß sezt; und während die beiden anderen zum Dache des Gebäudes hinaus führen. (Aus dem Mémorial encyclopédique. Januar 1837, S. 26)

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