Titel: Masters's Patent-Sardellenessenz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 16 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_16

Masters's Patent-Sardellenessenz.

Das Repertory of Patent-Inventions gibt in seinem neuesten Märzhefte eine Beschreibung des Patentes, welches Hr. John Masters, Chemiker und Materialist von Leicester, auf eine sogenannte verbesserte Sardellenessenz (Essence of Anchovies) nahm! Die ganze Erfindung beruht darauf, daß kein Mehl und kein Farbstoff zu der Essenz genommen wird, wie dieß sonst zu geschehen pflegt, sondern daß eine durchsichtige oder durchscheinende Sardellenessenz bereitet werden soll. Der Patentträger nimmt hiezu eine bestimmte Quantität frischer Sardellen |77| und gibt sie mit einem gleichen Gewichte Wasser in einen Kessel, worin er sie unter beständigem Umrühren 2–3 Stunden lang über einem gelinden Feuer hält. Nach Ablauf dieser Zeit, und wenn der Absud kalt geworden ist, gibt er ihn in einen Sak aus Canevaß, durch welchen er ihn unter Anwendung von Druk seiht. Die auf diese Weise erzielte Essenz wird dann noch ein Mal durch flanellene Säke und durch Filtrirpapier geseiht, wo man am Ende eine farblose, beinahe durchsichtige Flüssigkeit erhält. Wollte man die Essenz verdiken, so müßte dieß mit einer Substanz geschehen, welche ihr weder Farbe gibt, noch ihr die Durchsichtigkeit benimmt. – Nur wer die Umständlichkeit und Kleinlichkeit kennt, mit der der Engländer und Holländer bei der Zubereitung und Verzehrung seiner Speisen zu Werke geht, wird begreifen können, wie man für eine solche erbärmliche Sache, wie die hier beschriebene ist, ein Patent nehmen und die höchst bedeutende Patentsteuer dafür bezahlen konnte.

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