Titel: Die London-Kautschuk-Compagnie und Anwendung von Ammoniak als Auflösungsmittel für Kautschuk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 17 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_17

Die London-Kautschuk-Compagnie und Anwendung von Ammoniak als Auflösungsmittel für Kautschuk.

Die ungemein rasche und beinahe täglich wachsende Zunahme des Verbrauches an Kautschuk, die Vervielfältigung der Zweke, zu denen er als ein sehr passendes Material befunden wird, führte in England zur Gründung einer Gesellschaft, welche sich unter dem Namen der London Caoutchouc Company constituirte. Der Zwek dieser Gesellschaft, welche so günstige Aufnahme fand, daß ihre Actien bereits mit einer Prämie bezahlt werden, ist praktische und im Großen unternommene Ausführung der Patente, welche Hr. Sievier zu verschiedenen Zeiten auf mancherlei Kautschukfabricate nahm, und welche von ihr um eine bedeutende Summe als Eigenthum erworben worden sind. Wir haben diese Patente bereits im Polyt. Journal Bd. XLVI. S. 39 und Bd. LXII. S. 137 erläutert, und entnehmen daher zur Ergänzung nur noch das, was das Mechanics' Magazine in seiner No. 701 über das dritte, am 7. Februar 1836 ertheilte und die Auflösung des Kautschuk betreffende Patent zur allgemeinen Kenntniß brachte. Hr. Sievier sagt nämlich in diesem Patente, daß er den klein zerschnittenen Kautschuk in irgend ein Gefäß bringt, dessen Mündung verschlossen werden kann, und daß er dieses Gefäß dann so weit mit flüssigem Ammoniak füllt, daß die Kautschukschnizel ganz damit bedekt sind. Nach einigen Monaten hat sich der Kautschuk aufgelöst; oder die Auflösung wird von dem Rükstande geschieden, und in eine Retorte oder Destillirblase gebracht, um beinahe alles Ammoniak in gasförmiger Gestalt über zu destilliren und auf die gewöhnliche Weise mit kaltem Wasser zu verdichten. Diese Destillation wird am besten im Wasser- oder Marienbade vorgenommen, indem der Kautschuk hier höchstens einer Temperatur von 212° F. ausgesezt wird, während sich das Ammoniak bei 130° F. verflüchtigt. Der Kautschuk bleibt bei dieser Ausscheidung des Ammoniaks durch Destillation solcher Maßen im Wasser zertheilt, daß er sich zur Verfertigung verschiedener wasserdichter Zeuge oder auch zur Verfertigung massiver Körper von verschiedener Gestalt verwenden läßt. Man kann dieser Auflösung durch Vermengung derselben mit einer größeren oder geringeren Menge Wasser einen beliebigen Grad von Consistenz geben.

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