Titel: Ueber ein von Hrn. Isoard erfundenes Musikinstrument, Aeolicorde genannt,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 19 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_19

Ueber ein von Hrn. Isoard erfundenes Musikinstrument, Aeolicorde genannt,

theilt das Journal acad. de l'Industrie und aus diesem das Mémorial encyclopédique, Januar 1837, S. 38 Folgendes mit. „Man denke sich einen Kasten, der nach seinen beiden horizontalen Dimensionen 15 bis 18 Zoll, in der Höhe hingegen 1 bis 1 1/2 Fuß mißt, und in dessen unterem Theile ein doppelter Blasebalg angebracht ist. Die Luft oder der Wind, den dieser Blasebalg erzeugt, er mag mit der Hand und mittelst eines Hebels oder mit dem Fuße und mittelst eines Tretschemels in Bewegung gesezt werden, wirkt auf eine Darmsaite, und zwar in senkrechter Richtung gegen die Länge derselben. Ist die Saite hiedurch in schwingende Bewegung versezt worden, so tritt die Luft bei einem auf den oberen Theil des Kastens gesezten Pavillon aus. Die Saite, welche 12 bis 15 Zoll Länge hat, ist über ein kleines Brettchen, in welches zu 3/4 der Saitenlänge eine Spalte von beiläufig einem Millimeter Breite geschnitten ist, gespannt, und zwar solcher Maßen, daß sie sich vor dieser Spalte befindet. Kleine Schwunghebel, die gleichfalls an dem Brettchen, und zwar in Entfernungen, welche der Tonleiter entsprechen, befestigt sind, dienen wie beim Violinspielen die Finger zur gehörigen Verkürzung der Saite. Diese Schwunghebel entsprechen Tasten, welche man an dem oberen Theile des Instrumentes bemerkt, und welche wie an dem Piano die Claviatur bilden. Eine Schraube, welche sich in einer der Seitenwände des Kastens befindet, und die sich in einer an dem Brettchen angebrachten beweglichen Schraubenmutter dreht, dient dazu, der Saite jeden beliebigen Grad von Spannung zu geben- Das Instrument, welches Hr. Isoard nach diesem Principe verfertigte, hat nur eine einzige Saite, und kann daher keine Accorde geben; gegenwärtig ist derselbe jedoch mit der Ausführung eines anderen Instrumentes beschäftigt, an welchem jede Saite ihre eigene entsprechende Taste bekommen soll.

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