Titel: Zäune aus Draht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 22 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_22

Zäune aus Draht.

Die Zäune aus Draht, deren man sich in England seit längerer Zeit bedient, fanden in Frankreich neuerlich im Journal des connaissances usuelles einen Vertheidiger. Wir entnehmen aus dem hierauf bezüglichen Aufsaze im Wesentlichen Folgendes: „Man zieht, um Zäune für Gärten und Parke herzustellen, in horizontaler Richtung und in einer Entfernung von beiläufig 6 Zoll von einander eiserne Drähte von der Dike einer Federspule. Als Träger hiefür dienen senkrechte Eisenstäbe, welche man in Entfernungen von 6 Fuß anbringt. Die Drähte werden an den Enden des Gehäges an starken Pfosten so befestigt, daß sie sich in einer gewissen Spannung befinden; dagegen läßt man sie frei durch die Löcher laufen, die zu deren Aufnahme in den dazwischen befindlichen eisernen Tragstäben angebracht sind. Ist die Ausdehnung des Zaunes bedeutend, so kann man auch in kürzeren Zwischenräumen starke Pfosten einsezen, und auf diese Weise selbst das Durchbrechen von Hochwild und Vieh durch die Zäune verhüten. Man hat sich auf vielen Landhäusern in England überzeugt, daß dergleichen Zäune von nicht mehr dann 3 Fuß Höhe selbst dem stärksten Hornviehe eine unübersteigliche Schranke sezen; gibt man ihnen vollends noch eine um 2 Fuß größere Höhe, so wird auch kein Hochwild durchbrechen. Es scheint, daß die Durchsichtigkeit dieser Zäune die Thiere scheu und mißtrauisch macht. Da die Drähte so dünn sind, daß bei ihrer cylindrischen Gestalt nur wenig Regen und Schnee daran hängen bleiben kann, |80| so genügt ein einfacher Anstrich, um sie gegen die Unbilden der Witterung zu schüzen. Ein großer Vorzug dieser Art von Gehegen ist, daß sie in einer Entfernung von 65 Meter ganz unsichtbar sind, und daß sich also der Gesichtskreis weit über sie hinaus erstrekt.“

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