Titel: Vorschrift zur Bereitung eines einfachen guten Lab.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 23 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_23

Vorschrift zur Bereitung eines einfachen guten Lab.

Man nimmt die Labmägen junger Kälber, die noch keine andere Nahrung als die Muttermilch genossen, wäscht sie sorgfältig in reinem Wasser aus, und bewahrt sie gut eingesalzen zwei Monate lang auf. Nach dieser Zeit hängt man sie mit Salz umgeben in einem Sake aus grober Leinewand nicht zu nahe am Feuer in den Schornstein, um sie 10 Monate lang daselbst zu lassen. Im Frühlinge sammelt man sich dann Schlüsselblumen, deren Blumenkronen man aus ihren Kelchen zupft, und welche man eine Viertelstunde lang, unter Zusaz von einem Pfunde Kochsalz und einer Unze Alaun auf 12 Pinten Wasser, mit einer hinlänglichen Menge Wasser kocht. Wenn der Absud über Nacht gestanden hat, so seiht man ihn von den Blumen ab, und gibt dafür in zwei Pinten desselben zwei Labmagen, die man 4 Tage lang damit abstehen läßt. Die Flüssigkeit wird, nachdem man ihr 2–3 Gewürznelken und eben so viel von irgend einem anderen Gewürze per Flasche zugesezt hat, in Flaschen gefüllt und gut verkorkt, wo sie dann ein Jahr lang und selbst darüber aufbewahrt werden kann. Zwei starke Löffel dieser Flüssigkeit reichen hin, um ein Faß Milch zum Gerinnen zu bringen. Die Labmagen können, nachdem sie getroknet worden, und dann abermals 14 Tage lang eingesalzen gewesen sind, noch ein Mal auf dieselbe Weise benuzt werden. Wäre dieses Lab nicht stark genug, so brauchte man ihm nur einen halben oder den vierten Theil eines jungen Schweinsmagens, der nach Art der Kälbermägen zubereitet worden ist, zuzusezen. (Journal des connaissances usuelles. Oktober 1836, S. 190.)

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