Titel: Eisenbahnen erleiden durch Schnee weniger Hemmnisse als Landstraßen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XVI./Miszelle 3 (S. 70–71)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064016_3
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Eisenbahnen erleiden durch Schnee weniger Hemmnisse als Landstraßen.

Man hat sich aus dem Continente lange Zeit mit der Meinung zu beschwichtigen gesucht, daß die Eisenbahnen in Gegenden, in welchen im Winter große Schneemassen fallen, mehr oder weniger ungeeignet und unbrauchbar wären. Der dießjährige Winter, in welchem England von einem unerhörten Schneefalle heimgesucht wurde, hat nun auch diesem Vorurtheile den Todesstoß gegeben. Ein in Carlisle erscheinendes Blatt schreibt nämlich Folgendes: „Wir haben uns bei dem lezten Schneesturme nicht nur von der Möglichkeit der Benuzung der Eisenbahnen bei tiefem Schnee, sondern auch von dem großen Nuzen derselben unter diesen scheinbar ungünstigen Umständen überzeugt. Der Schnee bedekte an den Cowranhügeln die von Newcastle nach Carlisle führende Eisenbahn in einer Höhe von 4 bis 5 Fuß; zahlreiches Volk hatte sich versammelt, um zu sehen, wie der angekündigte Dampfwagen Hercules dieses Hinderniß überwinden würde, und um ihm im Falle der Noth Hülfe zu leisten. Die Maschine erlitt aber zur allgemeinen Verwunderung nicht die geringste Störung in ihrem Gange; sie durchschnitt den Schnee ohne alles Hinderniß. obwohl dieser gleich dem Schaume der Brandungen über den Scheitel des Schornsteines emporgeschleudert dahinflog. Die Maschine legte unter diesen Umständen 20 engl. Meilen in 1 1/4 Zeitstunde zurük; und der Transport auf der Eisenbahn blieb ununterbrochen, während er auf den Landstraßen eine mehr oder minder lange Zeit über ernstlich beeinträchtigt, wo nicht ganz aufgehoben war.

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