Titel: Leichte Bereitungsart des Platinmohrs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 11 (S. 153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_11

Leichte Bereitungsart des Platinmohrs.

Wenn man rohes Platin mit dem doppelten seines Gewichtes reinen Zinks zusammenschmilzt, die Legirung nach dem Erstarren und Erkalten pulverisirt, und dieselbe durch Behandlung, erst mit mäßig verdünnter Schwefelsäure, und dann, wenn diese nicht mehr wirkt, mit sehr verdünnter Salpetersäure in der Wärme zersezt, und hierauf den Rükstand mit Wasser schlämmt, so erhält man 1) unaufgeschlossenes Iridosmium in schweren Körnern von silberweißer Farbe, und 2) ein schweres schwarzgraues Pulver, welches aus Platin, Palladium, Iridium, Rhodium und Osmium besteht.

Dieses zusammengesezte metallische Pulver besizt alle Eigenschaften des sogenannten Platinmohrs. Es absorbirt und verdichtet nämlich, wie dieser, das Sauerstoffgas, und wirkt so oxydirend, daß es nicht allein die Oralsäure und Ameisensäure in Kohlensäure, und den Alkohol erst in Acetal und Aldehyd, und dann in Essigsäure verwandelt, sondern daß es auch das in ihm enthaltene Osmium zu Osmiumsäure oxydirt, welche dann durch gelindes Erwärmen sublimirt, oder durch Behandlung des Pulvers mit einer alkalischen Flüssigkeit aufgelöst werden kann. Im lezten Fall wird die oxydirende Kraft des Metallpulvers noch mehr erhöht, und man erhält dann ein Präparat, welches nicht allein das Wasserstoffgas, sondern auch den Dampf des Holzgeistes und des Alkohols plözlich entzündet und beim Erhizen auf dem Platinblech blizend verpufft.

Dieses Metallpulver löst sich in Königswasser fast so leicht wie das Gold auf. Salzsäure zerstört seine Eigenschaft Sauerstoffgas zu absorbiren, so daß es ganz aufhört in der Hize zu verpuffen und auf die oben genannten Substanzen katalytisch zu wirken; aber durch Behandlung mit einem in Wasser aufgelösten fixen Alkali wird seine vorige Kraft wieder ganz hergestellt. (Doebereiner in Poggendorffs Annalen Bd. XXXVII. S. 548. Diese Bemerkungen können für die Bearbeitung des rohen Platins im Großen sehr wichtig werden.)

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