Titel: Ueber Kautschukauflösungen zu Wasserdichtmachungen von Leder und Zeugen
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 15 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_15

Ueber Kautschukauflösungen zu Wasserdichtmachungen von Leder und Zeugen

hat eine Commission des Coblenzer Gewerbevereins einen kurzen Bericht erstattet, aus dem wir Folgendes ausheben: Kommt es darauf an, Leder wasserdicht zu machen, so ist ein völlig austroknendes Lösungsmittel des Kautschuks nicht brauchbar, da sonst das Leder wohl wasserdicht, aber auch ganz spröde und steif wird. |156| Am besten soll es seyn, Kautschuk und Schweineschmalz zu gleichen Theilen in einem bedekten irdenen oder gußeisernen Gefäße bis zum Verschwinden aller Klümpchen zu erhizen und dann mit warmem Bergerthran beliebig zu verdünnen. Das Leder wird mir lauwarmem Wasser abgewaschen, oberflächlich getroknet und dann die Auflösung warm eingerieben. Solches Leder bleibt elastisch.

Für künstliche, dünne und sehr zähe Gewebe, bei welchen, troz größerer Härte, kein Brechen zu befürchten, aber vollständige Austroknung nöthig ist, müssen Fette, Thran und gewöhnliches Oehl natürlich vermieden werden. Man schwellt das Kautschuk in Terpenthinöhl oder weißem Steinöhl auf, und löst die aufgequollene Masse in mit Bleiglätte abgekochtem Leinöhle über einem Kohlenfeuer (wobei man sich vor Entzündung der Dämpfe zu hüten hat). Ist die Auflösung vollendet, so verdünnt man beliebig mit Terpenthinöhl. Die Auflösung, mit einem Pinsel aufgetragen, troknet zu einem glänzenden, selbst am warmen Finger nicht mehr klebend haftenden Ueberzuge ein. (Polyt. Centralblatt.)

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