Titel: Fabrication von Bittersalz aus Magnesit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 18 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_18

Fabrication von Bittersalz aus Magnesit.

Der in manchen Gegenden in großen Massen vorkommende und bis auf wenig zufälliges Eisenoxyd und Kieselerde aus reiner kohlensaurer Magnesia bestehende Magnesit eignet sich vorzüglich zur Darstellung des Bittersalzes im Großen. Diese Darstellung wird nach Anthon folgender Maßen vorgenommen. Man bringt durch Zerschlagen, Stampfen und Sieben den, Magnesit in ein feines Pulver, gibt von diesem 80 bis 100 Pfd. in einen 5 bis 6 Cntr. Wasser fassenden Bottich, rührt ihn mit Wasser zu einem dünnen Brei an und sezt Schwefelsäure (mit ihrem gleichen Gewicht Wasser verdünnt) zu, so lange als noch Aufbrausen entsteht. Die Verdünnung der Schwefelsäure wird absichtlich kurz vorher vorgenommen, um die dadurch frei werdende Wärme zur Beförderung des Processes zu benuzen. Der Säurezusaz geschieht allmählich, in Portionen von 2 bis 3 Pfd. und unter Umrühren. Wird die Masse zu dik, so gießt man Wasser zu; ein gewisser Grad von Dike ist gut, weil dann ein Uebersteigen weniger leicht Statt findet. Nach 2 bis 2 1/2 Stunden wird alle Kohlensäure ausgetrieben seyn. Nun sezt man allmählich kochendes Wasser zu, bis eine Flüssigkeit von 1260 spec. Gew. (31 1/2° Baumé) im Sommer (im Winter 1220 bis 1230 spec. Gew. um 27 1/2 bis 28/2° Baumé) erlangt ist. Ist diese Flüssigkeit noch sehr stark sauer, so sezt man etwas Magnesitpulver zu und läßt sie 30 bis 40 Stunden ruhen. Hierauf gießt man die Auflösung in einen etwas tiefen Kessel klar ab, versezt sie mit 1 Pfd. Magnesit und kocht 2 Stunden lang, wodurch das Eisenoxyd niedergeschlagen wird. Man verdünnt wieder auf 1260 spec. Gew., läßt in besonderen Bottichen klären, filtrirt dann durch eine Lage Knochenkohle und dampft in kupfernen Kesseln zu einem spec. Gew. von 1550 bis 1360 (39 1/2 bis 40° Baumé) ab. Die concentrirte Lauge läßt man ab und vertheilt sie in Schüsseln. Nach 12 bis 15 Stunden gießt man die Lauge von den Krystallen ab, läßt leztere in Zukerformen abtropfen und troknet sie dann im Trokenzimmer bei 30 bis 35°. (Journ. f. prakt. Chem. Bd. IX. S. 1.)

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