Titel: Einmaischungsmethode für das Branntweinbrennen aus Kartoffeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 19 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_19

Einmaischungsmethode für das Branntweinbrennen aus Kartoffeln.

Hr. G. Krauß theilt in seiner Schrift: Neue erprobte Einmaischungsweise u. s. w. (Leipzig, 1834) folgendes Verfahren mit:

Für einen Maischraum von 900 Quart (das Quart zu 2 1/2 Pfd. Wasser gerechnet) nimmt man 1000 Pfd. Kartoffeln, 35 Pfd. Gerstenmalzschrot und 15 Pfd. Haferschrot. Das Gerstenmalzschrot wird in einer Eke des Maischbottichs mit Wasser von 20 bis 40° R. und das Haferschrot in einer anderen Eke mit Wasser von 50 bis 60° eingeteigt, und zwar mit so wenig Wasser, daß das Schrot durchaus nur angefeuchtet wird. Je kälter die Witterung ist, desto wärmeres Wasser muß man anwenden. Nachdem das eingeteigte Schrot eine halbe Stunde gestanden hat, bringt man ungefähr 200 Pfd. gemahlene Kartoffeln hinzu, welche mit |158| dem Schrote tüchtig gemischt werden, so daß ein gleichförmiger Brei entsteht. Hierauf läßt man die Masse 5 bis 6 Minuten ruhen, und bringt dann die übrigen Kartoffeln gemahlen in den Maischbottich, indem man das Ganze recht kräftig zu einem diken, aber gleichförmigen Breie durch einander arbeitet. Die Kartoffeln müssen stets rasch gemahlen (zwischen den Walzen der Mühle zerquetscht) und ungesäumt, ohne abzukühlen, in den Bottich gebracht werden. Die erste Abtheilung der Kartoffeln soll beim Vermischen mit dem Schrote eine Temperatur von 60 bis 65° R. haben, der größere Rest aber dann kochend heiß seyn. Am zwekmäßigsten ist es, die Kartoffeln in drei Abtheilungen zuzusezen, nämlich kurz nach den ersten 200 Pfd. wieder eben so viel oder etwas mehr, und nach einer zweiten kleinen Ruhe erst den Rest. Dieses Verfahren ist besonders dann zu beobachten, wenn die Menge der Kartoffeln mehr als 1000 Pfd. beträgt. Sind sämmtliche Kartoffeln eingemaischt, so läßt man die Masse eine halbe Stunde stehen, in welcher Zeit man ein paar Mal aufrühren kann. Alsdann sucht man die Maische schnell abzukühlen; bei kleinen Bottichen kann dieß durch Aufrühren geschehen; bei größeren aber wird eine Kühlvorrichtung in Anwendung gebracht, so daß nach 2, höchstens 3 Stunden der Maische das Zukühlwasser gegeben werden kann. Ehe dieß geschieht, nimmt man aus dem Maischbottich etwas von der Masse, kühlt dieselbe in einem Zuber mit Wasser ab, versezt sie mit 3 Quart guter Bierhefe und läßt sie angähren. Ist die Maische im Bottich hinlänglich abgekühlt, so wird solche mit kaltem Wasser zugekühlt, wodurch eine Temperatur von 15 bis 22 Grad erlangt werden soll, je nachdem die Wärme der Witterung es erfordert. Das Gährungsmittel wird hierauf beigegeben, und Alles recht vollständig unter einander gerührt. Aus 1000 Pfd. Kartoffeln und 50 Pfd. Getreideschrot erhält man gewöhnlich 75 bis 90 Quart Branntwein von 60 Proc. Tralles. (Hannöv. Mitth.)

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