Titel: Prüfungsmittel bei Verfälschung des Mehles mit Kartoffelsazmehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 21 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_21

Prüfungsmittel bei Verfälschung des Mehles mit Kartoffelsazmehl.

Die Preisaufgabe, welche die Société d'encouragement seit mehreren Jahren für die Auffindung von Mitteln ausschrieb, wodurch sich die Verfälschung des Getreidemehles mit Kartoffelsaz- oder Stärkmehl mit Sicherheit erkennen ließe, ward auch im Jahre 1836 nicht vollkommen gelöst. Von vier Bewerbern um den Preis ward im Wesentlichen Folgendes vorgeschlagen. – 1. Sich auf die Verschiedenheit der Wirkung alkalischer Auflösungen auf das Kartoffelsazmehl und auf das Stärkmehl des Weizens fußend, blieb der erste Concurrent nach vielfachem Herumtappen bei folgendem Verfahren stehen. Das reine oder verfälschte Mehl wird in einen Cylinder aus Weißblech gebracht, der an dem einen Ende mit vielen kleinen Löchern versehen ist, damit das Mehl durch Schütteln in ein kleines Maaß gebeutelt werden kann. Ist das Maaß voll, so wird das überschüssige Mehl mit einer metallenen Klinge abgestrichen, und das gemessene Mehl in eine Flasche gebracht, in welcher ein bestimmtes Volumen einer Kaliauflösung enthalten ist. Nachdem man es hiemit zwei Minuten lang abgeschüttelt hat, gießt man eine abgemessene Quantität alkoholischer Jodauflösung, welche Essigsäure enthält, hinzu, worauf man dann unmittelbar die Färbung beobachtet. Durch sorgfältig angestellte Vergleichungen kann man auf diese Weise eine Farbenreihe erhalten, |159| nach der man das Verhältniß, in welchem das Mehl mit Sazmehl vermengt worden ist, mit ziemlicher Genauigkeit bestimmen kann. Die Commission, in deren Gegenwart dieses Verfahren vielfach wiederholt wurde, war der Ansicht, daß von demselben, wenn es gehörig studirt würde, Vieles zu erwarten seyn dürfte; daß es aber auf der Stufe, auf der es sich gegenwärtig befindet, den Absichten der Gesellschaft noch keineswegs entspreche. – 2. Der zweite Concurrent empfahl als Unterscheidungszeichen das Verhalten des Mehles und des Sazmehles, wenn es sich zu Boden sezt, anzuwenden. – 3. Der dritte Concurrent glaubt, daß das Verhalten des Mehles, wenn man es auf glühende Kohlen streut, über dessen Verfälschung Aufschluß geben könnte. – 4. Der vierte und lezte Concurrent endlich schlägt vor, die Verhältnisse, in denen die Vermengung des Mehles mit Sazmehl Statt gefunden hat, dadurch zu bestimmen, daß man die Gemenge mit Hülfe einer Maschine comprimirt, und dann die Verminderungen des Volumens bestimmt. – Die Commission hielt die drei lezteren Methoden für unbrauchbar, dem Urheber der ersteren, Hrn. Cavalier, Pharmaceuten in Toulon, hingegen schlug sie vor, eine silberne Medaille zu ertheilen, die ihm denn auch zuerkannt wurde. (Bulletin de la Société d'encouragement. Decbr. 1837, S. 459.)

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