Titel: Ueber den Gang der Arbeiten am Themse-Tunnel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 5 (S. 151–152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_5

Ueber den Gang der Arbeiten am Themse-Tunnel.

Hr. Brunel gibt in einem vom 23. Februar 1837 datirten Schreiben folgenden Bericht über den Gang der Bauten am Themse-Tunnel. „Wir haben seit der Wiederaufnahme der Arbeiten im April 1836 nur eine Streke von 133, und in den lezten drei Monaten selbst nur eine Streke von 11 Fuß zurükgelegt. Wir stießen dabei auf ganz außerordentliche Hindernisse und Schwierigkeiten, die wir jedoch sämmtlich zu überwinden so glüklich waren. Die wahre Ursache derselben war in der beinahe allgemeinen Ueberschwemmung gelegen; seit einem Jahrhunderte hatte nichts Aehnliches Statt gefunden. Die Fluthen brachten täglich zwei Mal eine Wassermenge herbei, welche nicht selten 22 Fuß hatte, und diese Masse, zu der noch 16 Fuß als der niedere Wasserstand kamen, comprimirte die unterirdischen Quellen in einem ungeheuren Grade. Diese Quellen sind besonders in einer |152| Tiefe von 50 Fuß sehr mächtig, und haben daselbst eine ganze Schichte feinen Sandes in flüssigen Zustand versezt. Es waren nicht weniger als 60,000 Kubikfuß Thon in Säken nöthig, um den leeren Raum in dem Maaße als er sich bildete, auszufüllen. Und obschon einige dieser Säke zum Theil sogar bis an die Stellen, an denen die Arbeiten von Statten gingen, hinab gelangten, so bahnte sich doch das mehr dann 50 Fuß hoch über dem Schilde stehende Wasser keinen Weg in den Tunnel! Man hat demnach dem Flusse einen ganz neuen Boden gegeben. Gegenwärtig schreiten unsere Arbeiten langsam fort. Der Schild leistete vortreffliche Dienste, und ohne ihn wären wir wohl erlegen. Tag und Nacht lauert gegen uns ein Feind, der Alles über den Haufen werfen würde, wenn wir ihn auch nur bei einer zollgroßen Oeffnung eindringen ließen.>“ (Echo du monde savant No. 216.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: