Titel: Ueber Hrn. Sire's Eisenschmelzproceß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XXXII./Miszelle 7 (S. 152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064032_7

Ueber Hrn. Sire's Eisenschmelzproceß.

Der verbesserte Hohofenproceß, auf welchen sich Hr. L. V. Sire am 22. Nov. 1834 in Frankreich ein Patent ertheilen ließ, besteht im Wesentlichen in Folgendem. 1) die brennbaren Gase, welche in der Höhe des oberen Theiles der Rast genommen werden, müssen durch ihre Verbrennung, welche in seitwärts angebrachten Reverberiröfen mittelst Einführung von atmosphärischer Luft vorgenommen wird, eine Hize geben, welche der Hize der Puddliröfen wenigstens gleichkommt. 2) die Entkohlung des Roheisens geschieht daselbst eben so leicht wie in den Frischfeuern und Puddliröfen, und zwar mittelst einer gehörigen Menge Luft und Wasserdampfes, welche auf das Gußeisen geleitet wird. 3) durch die zu diesem Zweke getroffenen Anstalten wird der untere Theil des Schmelzraumes des Hohofens, in welchem die Schmelzung von Statten geht, wahrscheinlich nicht abgekühlt. 4) es wird hiedurch vielmehr verhindert, daß das Holz, welches nach dem in den Ardennen üblichen Verfahren getroknet seyn soll, nicht zu reinem Verluste in dem oberen Theile des Schmelzraumes verbrennt. 5) endlich die Vorrichtungen, welche nöthig sind, um einen Versuch mit diesem Verfahren anzustellen, kommen nicht hoch, man mag es mit einem bereits bestehenden oder mit einem neu zu errichtenden Hohofen zu thun haben. – Was die Vortheile seines Processes betrifft, so berechnet Hr. Sire, daß man mit 30,000 Stören Holz 2,100,000 Kilogr. Schmiedeisen ausbringen kann, wenn man den Schmelzproceß der Erze mit getroketem Holze und das Frischen mit der Hize der aus dem Ofen austretenden Flamme und Gase vornimmt. Dagegen beläuft sich der Ertrag nur auf 900,000 Kil., wenn der Schmelzproceß mit getroknetem Holze, das Frischen dagegen mit Holzkohle betrieben wird, und gar nur auf 700,000 Kil., wenn man sowohl zum Schmelz- als zum Frischprocesse Holzkohlen anwendet. Dieser Berechnung wurde übrigens Eisenerz, welches 30 Proc. Eisen gibt, zum Grunde gelegt. Weitere Andeutungen über das Patentverfahren des Hrn. Sire findet man in den Annales des Arts et Manufactures, wie das Journal des connaissances usuelles, Decbr. 1836, S. 270 schreibt.

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