Titel: Ueber Hrn. Lory's Lampe mit Uhrwerk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XLIX./Miszelle 6 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064049_10

Ueber Hrn. Lory's Lampe mit Uhrwerk.

Die erste Lampe, an der das Oehl mittelst eines Uhrwerkes an den Lampenschnabel empor gehoben wurde, ward von Carcel verfertigt. An dieser Lampe, deren sämmtliche Theile so gewandt angeordnet und zusammengesezt waren, daß man durch mehr dann 20 Jahre keine Veränderung von wesentlichem Nuzen daran vorzunehmen wußte, befand sich die Triebkraft oder der Motor äußerlich unter dem Oehlbehälter angebracht, von wo aus er seine Thätigkeit an die Pumpe fortpflanzte, die im Inneren des Behälters und auf dessen Boden fixirt war. Hieraus erwuchs die Nothwendigkeit die Fortpflanzung der Bewegung durch eine lederne Büchse oder durch vollkommen ausgeriebene Theile zu bewerkstelligen, damit nichts von dem Oehle entweichen konnte. Aus dieser sicheren Verschließung entstand nothwendig eine Beeinträchtigung des Spieles der Theile, so daß die Triebkraft nicht nur die zum Emporheben des Oehles erforderliche Kraft liefern mußte, sondern auch noch jene, welche zur Ueberwindung der Reibung nöthig war. Carcel wendete deßhalb gar weislich lange auf große Federgehäuse aufgewundene Federn an; und der große Werth dieser ist es auch, der diese Art von Lampen auch dermalen noch fortwährend auf hohem Preise erhält. An der neuen, von Hrn. Lory erfundenen Lampe ist nun allerdings die Triebkraft ebenfalls unter dem äußeren Behälter angebracht und die Pumpe in daß Oehl untergetaucht; allein die Bewegung wird weder durch eine lederne Büchse, noch durch ein ausgeriebenes Stük an die Pumpe fortgepflanzt, sondern es geschieht dieß mittelst einer langen Stange, welche sich in einer Röhre befindet, die sich mit ihrem oberen Ende bis über das Niveau des Oehles erhebt, während ihr unteres Ende durch den Boden des Behälters führt und an denselben gelöthet ist. Diese Stange, welche demnach mitten in der Flüssigkeit vollkommen isolirt ist, ist auf sich selbst zurükgebogen, um an dem Kolben der Pumpe befestigt zu werden, die Hr. Lory nach einem neuen, sehr einfachen Systeme eingerichtet hat. In Folge dieser Verbesserungen kann man an den Carcel'schen Lampen nicht nur wohlfeilere Federn anbringen, sondern es ist auch alles Aussikern des Oehles, welches diesen Lampen häufig zum Vorwurfe gemacht werden konnte, verhütet. So viel zur Ergänzung dessen, was bereits im Polyt. Journal Bd. LX. S. 469 über die Erfindung des Hrn. Lory gesagt wurde.

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