Titel: Ueber einige neuere Tull- oder Bobbinnetmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XLIX./Miszelle 7 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064049_11

Ueber einige neuere Tull- oder Bobbinnetmaschinen.

Das London Journal enthält in seinem neuesten Märzhefte Auszüge aus einigen Patenten, welche in neuerer Zeit auf Verbesserungen an den Tullmaschinen genommen wurden. Da diese Aufsäze, denen keine Kupfer beigegeben sind, ohne solche großen Theils unverständlich sind, so begnügen wir uns sie in folgender kurzen Notiz zusammenzufassen.

1. Verbesserte Kettenmaschine (warp machinery) zur Tullfabrication. Patent der HH. John Streets jun. und Thomas Whiteley, beide von Nottingham; de dato 22. Januar 1835. Die Erfindungen bestehen 1) darin, daß an der sogenannten Kettenmaschine zwischen den Enden der Nadeln und den Enden der Führer eine Reihe von Fädenconductoren, die wie die Zähne eines Kammes geformt sind, angebracht ist, damit auf diese Weise die Kettenfaden an die geeigneten Stellen zwischen die Nadeln geleitet werden, anstatt daß die Führer zwischen den Nadeln durchgehen. 2) darin, daß diese Fädenconductoren mit einigen langen und einigen kurzen Stielen (stems) ausgestattet sind, damit hiedurch gewisse Fäden der Kette erfaßt und zwischen den Stielen festgehalten werden, und damit also gewisse Faden von gewissen Nadeln weggezogen werden, so daß Augen in dem Fabricate zum Vorscheine kommen. 3) endlich in |237| der Anwendung einer Reihe sogenannter Drüker (presser), die aus Stäben, an deren Enden sich gebogene Zinken befinden, bestehen, und welche anstatt der gewöhnlichen Drükerstangen zu dienen haben, um die Schlingen und Augen über die Bärte der Nadeln zu schaffen, sobald neue Schlingen unter den Bärten gebildet sind. – Die Fädenconductoren und Drüker sind ganz auf dieselbe Weise wie die Nadeln und Führer in Bleien befestigt; sie sind ferner an Stangen aufgezogen, welche quer durch die Maschine laufen, und zu gewissen Zeitperioden durch Hebel und Muschelräder in Bewegung gesezt werden. Die ganze Maschinerie erhält ihre Bewegung von einer Treibwelle, die mit den Händen oder auf irgend eine mechanische Weise umgetrieben wird.

2. Verbesserte Kettenmaschine. Patent der HH. Henry Dunington und William Copestake, beide aus der Grafschaft Notts; de dato 13. Mai 1835. Die Erfindung betrifft gewisse Mechanismen, die an der Kettenmaschine angebracht werden sollen. Die Maschine wird nicht wie gewöhnlich mit den Händen, sondern mittelst einer rotirenden Kraft in Bewegung gesezt; und da das Fabrikat bei seiner Zartheit leicht zerreißen würde, wenn zufällig irgend eine außerordentliche oder ungleiche Kraft darauf wirken würde, so wollen die Patentträger, daß die Maschinerien nicht durch ein Räderwerk, sondern dadurch, daß sich gewisse Oberflächen an einander reiben, in Bewegung gelangen. Die zum Treiben bestimmte Klauen- oder Verkuppelungsbüchse besteht hienach aus zwei hölzernen, in einander passenden Kegeln, von denen der eine an dem Treibrigger, der andere hingegen an der Treibwelle der Maschine festgemacht ist. Wenn daher irgend ein ungewöhnlicher Widerstand während der Bewegungen der Maschine vorkommt, so wird der innere Kegel im äußeren herum glitschen. – Ein zweiter Theil der Erfindung beruht auf der Anwendung eines Wurmes oder einer endlosen Schraube in Verbindung mit der Hinteren Welle. Mittelst dieser Schraube, in die ein Stirnrad eingreift, soll die Maschinerie sachte und nicht so rasch getrieben werden, wie dieß bei Anwendung eines gewöhnlichen Rades und Getriebes der Fall ist. – Der dritte und lezte Theil der Erfindung endlich betrifft die Anwendung eines solchen Muschel – oder Klopfrades an der Hinteren Welle der Kettenmaschine, daß durch jeden Umgang der Hinteren Welle drei Evolutionen der Maschinerie erzeugt werden.

3. Verbesserungen an den Tullmaschinen. Patent des Hrn. Henry Dunington von Nottingham, de dato 22. Junius 1836. Durch dieses Patent soll eigentlich nur der dritte Theil des eben vorher erläuterten Patentes vervollkommnet werden; denn anstatt der daselbst erwähnten drei Evolutionen sollen nunmehr auf jeden Umgang der Hinteren Welle vier solche Evolutionen kommen, und zwar angeblich, damit sich die Maschinerie mit größerer Stätigkeit bewege.

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